Nachrichten & Aktuelles rund um die 72-Stunden-Aktion

"Uns schickt der Himmel" ist das Motto der 72-Stunden-Aktion des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), die im Zeitraum vom 18.-21. April 2024 mit bundesweit über 100.000 ehrenamtlich Engagierten soziale und gemeinnützige Projekte in die Tat umsetzt und damit die Welt ein bisschen besser macht. In Nürtingen sind gleich zwei Aktionsgruppen aktiv.

An dieser Stelle versuchen wir von der Katholischen Kirchengemeinde St. Johannes Nürtingen, Sie - trotz derzeitiger Schwierigkeiten mit unserer Computertechnik im Pfarramt - auf dem Laufenden zu halten und Einblicke in die Aktion in unserer Stadt zu geben. Die Beiträge werden mit der Zeit wachsen, so dass sich immer wieder ein erneuter Besuch lohnt. Der neueste Beitrag wird oben, gleich nach dieser Einleitung, hinzugefügt. Und ein Klick auf die Bilder macht die Collagen ein bisschen größer.

Viel Spaß beim Lesen!

Das Finale

Nach dem Gottesdienst wurde das neu geschaffene Werk offiziell an Vertreter:innen des Hölderlingymnasiums übergeben. Während das erste Feuer die Grillstelle in Betrieb nahm und verschiedene Würstchen auf dem Gasgrill darauf warteten, den ersten Hunger zu stillen, konnte man ringsherum in müde, aber vor allem glückliche Gesichter schauen.

Die Aufgabe war fast vollbracht. Die letzten Schrauben wurden noch in die bunten Palettensofas gedreht und als allerletzten Arbeitsschritt nahm der harte Kern der Truppe noch einmal alle Kraftreserven zusammen, um das Dach der Pergola vollends zu decken. Aufgrund der einbrechenden Dunkelheit und der bisherigen Nässe konnte das nämlich erst am Sonntagnachmittag in Angriff genommen werden.

Auch Nürtingens Oberbürgermeister Dr. Johannes Fridrich schaute noch einmal kurz auf der nun fertigen Baustelle vorbei und machte sich selbst ein Bild vom gelungenen Ergebnis der Aktion. Und schließlich lief diese nass-kalte 72-Stunden-Aktion mit dem Aufräumen der Baustelle und des Gemeindehauses aus.

Ein herzlicher Dank gilt nochmals allen, die zum Gelingen dieser wunderbaren Aktion beigetragen haben: Euch schickte tatsächlich der Himmel und Ihr habt die Welt in 72 Stunden ein bisschen besser gemacht!

Sonntag, 21. April 2024: Gottesdienst, Grillen und glückliche Gesichter

Nanu? – Liturgisches Grün mitten in der Osterzeit (die die liturgische Farbe Weiß hat)? – Hat der Mesner das falsche Messgewand rausgelegt? – Nein. Der Gottesdienst um 10:30 Uhr stand ganz im Zeichen der Farbe Grün, der Farbe der 72-Stunden-Aktion.

Schon der Einzug war beeindruckend: Die Aktiven mit ihren grünen Aktions-T-Shirts waren dabei und selbst die Ministrant:innen versahen ihren Dienst statt in liturgischen Gewändern in den 72-Stunden-Shirts. Die meisten von ihnen waren bei der Aktion aktiv dabei.

Viele Gottesdienstbausteine wurden von den Aktiven vorgetragen und anstelle einer Predigt berichtete Pastoralreferent Christian Slunitschek über die Aktion. Ein eingespielter Zusammenschnitt der letzten Tage vermittelte direkte Eindrücke und ließ die Gottesdienst-Besucher:innen quasi direkt am Baufortschritt teilnehmen.

Im Rahmen des Gottesdienstes war dann auch Raum für Dankesworte. Die Schulleiterin des HöGy bedankte sich für das tolle Engagement ebenso, wie die Kirchengemeinde. Der Dank ging an alle, die die Aktion ermöglicht haben: an Spender:innen, Teilnehmer:innen, spontane Unterstützer:innen und nicht zuletzt an das Küchenteam und an Jugendreferentin Manuela Mühlhause, die den Hauptteil der Projektorganisation schulterte.

Im Anschluss an den Gottesdienst waren dann alle eingeladen, die neue Grillstelle einzuweihen.

Samstag, 20. April 2024: Es wird trockener

Am Samstag galt es, die Pergola – einen überdachten Unterstand nahe der Grillstelle – zu bauen. Schon am Donnerstagabend wurde das Holz dafür lasiert und somit wetterfest gemacht. Auch wurden Bodenplatten besorgt, damit die Pergola einen vernünftigen Fußboden bekommen konnte.

Nachdem das Fundament mit einiger Muskelkraft ausgehoben und mit Kies begradigt war, wurden die Platten verlegt. Danach galt es, die Holzkonstruktion zu errichten und das Dach mit entsprechender „Dachpappe“ zu decken. Beim Bitumen-Kleben kam ein ausgeliehener Gasbrenner zum Einsatz, der dafür sorgte, dass die „Dachpappe“ auch an Ort und Stelle bleibt und entsprechend abdichtet.

Parallel zu den Arbeiten hinter dem HöGy-Sportplatz wurden am Gemeindehaus Palettensofas erstellt und lackiert, die dann für bunte Farbtupfer an der Grillstelle sorgen konnten.

Über den Tag verteilt kamen immer diverse Kuchen und warmer Punsch als spontane Unterstützung aus der Kirchengemeinde auf die Baustelle, was die allgemeine Stimmung gut unterstützte. Das Wetter wurde besser: Der Regen machte Pause, und ab und zu spickelte die Sonne durch das grau der Wolken. Kurzzeitig erreichten die Temperaturen sogar zweistellige Bereiche.

Um besser voranzukommen, wurde das Mittagessen kurzfristig auf den Lerchenberg geliefert, und so nahm die Pergola einigermaßen zügig Gestalt an.

Gegen 18:00 Uhr besuchte Nils Schmid, Mitglied des Deutschen Bundestages für den Wahlkreis Nürtingen, die Baustelle und machte sich direkt vor Ort ein Bild vom Engagement der Aktionsgruppe. Er kam mit einigen Teilnehmer:innen ins Gespräch und ließ sich das Projekt erklären. Dass die Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen trotz des wirklich unangenehmen, nass-kalten Wetters bereits am Freitag den ganzen Tag draußen gearbeitet hatten, beeindruckte ihn sehr.
Auch Michael Medla, Diözesanleiter des BDKJ, und der Ko-Kreis des Dekanatsjugendreferates kamen dazu und so entstand ein buntes Gruppenbild.

Nach den ersten 48 Stunden schien das Projekt optisch fertig, wenn auch noch der eine oder andere Handgriff zu tun war. Bis nach Einbruch der Dunkelheit wurde weitergearbeitet, und dennoch blieb ein bisschen für den Sonntag übrig …

Spiritualität: Expulse zum Runterkommen

Katholische Jugendarbeit hat in den allermeisten Fällen auch eine spirituelle Komponente. So auch die 72-Stunden-Aktion in St. Johannes. Am Ende eines Arbeitstages gab es das Angebot eines Expulses in der Seitenkapelle von St. Johannes. Hier war die Möglichkeit, den Tag Revue passieren zu lassen und ein bisschen runterzukommen.

Die Expulse wurden nach Vorlagen der Gesamtaktion gestaltet und auf die Nürtinger Gruppe angepasst. So ging es am Abend des Donnerstags beispielsweise um „Marmeladenglasmomente“.

Jede:r kennt das: Manchmal gibt es Momente, die möchte man einfach festhalten, aufbewahren und sich immer wieder an sie erinnern. Und wenn die Motivation vielleicht einmal nachlässt, können diese schönen Erinnerungen einem wieder neuen Schwung geben. Auch während der 72-Stunden-Aktion kamen eine ganze Menge dieser Momente zusammen, die dann in einem großen Marmeladenglas gesammelt wurden.

Und im Anschluss an den Expuls ging es dann für die meisten müde, aber zufrieden, ins Bett.

„… für das leibliche Wohl ist gesorgt …“

Um die Verpflegung der rund 70 dauerhaft an der Aktion beteiligten Menschen kümmerte sich ein zweiköpfiges Küchenteam. Da jedoch einer der Küchenchefs schon relativ am Anfang der Aktion doch zur Baustelle wechselte, wurde die Küche von Menschen aus der Kirchengemeinde punktuell unterstützt, damit der Ansturm der hungrigen Arbeiter:innen auch bewältigt werden konnte. Außerdem standen am Freitag und Samstag jeweils zwei „Küchenengel“ aus der Aktionsgruppe bereit, um mitanzupacken.

Die meisten der Aktionsteilnehmer:innen übernachteten im Gemeindehaus und im katholischen Jugendhaus, so dass eine Rundumversorgung gefragt war. Auf dem Speiseplan standen neben einem kräftigen Frühstück und Obst Pasta mit Bolognesesauce, Tomatensuppe mit Reis, LKWs, Schnitzel mit Pommes und reichlich Salat. Auch vegetarische/vegane Varianten waren im Angebot.

Die einhellige Meinung der Teilnehmer:innen war: Das Essen war super! Danke an alle, die sich um das leibliche Wohl der Teams gekümmert hatten.

Freitag, 19. April 2024 – Dauerregen, Kälte, Wind

Nachdem noch am Abend des Donnerstags, direkt nach der Eröffnung, einerseits Material besorgt, andererseits die Baustelle „eingerichtet“ wurde, ging es am Freitag richtig zur Sache. Immerhin sollte auf der grünen Wiese hinter dem Sportplatz eine abschließbare Grillstelle mitsamt überdachtem Unterstand entstehen. Die genauen Standorte der verschiedenen Bereiche des Projekts wurden festgelegt: Wo genau soll der Feuerplatz hin, und wo die Pergola?

Der Grund der Grillstelle wurde gekiest und als Basis für den Feuertrog diente ein Betonring, der außen mit Pflastersteinen ummauert wurde.

Zwischenzeitlich geriet die Baustelle zur Schlammschlacht. Bei Temperaturen von maximal 5 Grad, Dauerregen und schneidendem Wind verwandelten die Materialanlieferungen, aber auch die herumlaufenden Mitarbeiter:innen große Teile der Wiese in einen schlammigen Acker.

Trotz der widrigen Wetterbedingungen blieben Stimmung und Motivation gut, und ein ausgeliehener Heizpilz – von den Mitarbeiter:innen „Hildegard“ getauft – machte es möglich, sich wenigstens von Zeit zu Zeit ein kleines bisschen aufzuwärmen. Die Arbeiten gingen gut voran und so war nach den ersten 24 Stunden der Aktion die Grillstelle fast geschafft.

Die Gruppen und ihre Projekte

Grillstelle auf dem Gelände des Hölderlingymnasiums
Die Katholische Jugend Nürtingen setzt sich aus ehrenamtlich Engagierten unterschiedlicher Angebote der katholischen Jugendarbeit von St. Johannes zusammen: Ministrant:innen, PANTI-Leiter:innen, der „Mädelstreff“, etc. Die Gruppe besteht aus rund 40 dauerhaften Teilnehmer:innen und wird punktuell durch weitere Menschen verstärkt.
Das Projekt besteht darin, auf dem Gelände des Nürtinger Hölderlingymnasiums (HöGy) eine abschließbare, überdachte Grillstelle mit Sitzgelegenheiten zur Stärkung der Schulgemeinschaft des HöGy zu errichten. Dabei gilt es, möglichst alle Materialien, Werkzeuge und die notwendige Expertise kostenlos, über Spenden oder zumindest möglichst günstig zu bekommen. Die Arbeitskraft und kreative Ideen kommen ja von den Teilnehmer:innen.

Demenzgarten am Dr.-Vöhringer-Heim
Die Gruppe der Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg (DPSG) besteht aus rund 15 Personen des Nürtinger DPSG-Stammes.
Das Projekt beschäftigt sich mit der Anlage eines Demenzgartens beim Dr.-Vöhringer-Heim im Nürtinger Stadtteil Oberensingen.

Generell gilt:
Unterstützung ist immer willkommen! Wenn Sie die Gruppen mit Material, tatkräftiger Hilfe oder finanziell unterstützen möchten, dürfen Sie dies gerne tun. Bitte wenden Sie sich an:

  • Jugendreferentin Manuela Mühlhause, mobil:  0176 / 20 04 13 08     oder
  • Pastoralreferent Christian Slunitschek, mobil: 0171 / 913 43 61

Motivationsschübe und Solidaritätsbekundungen in Form von Kuchen oder anderen Leckereien sind beim Küchenteam im Gemeindehaus St. Johannes, Vendelaustraße 28, jederzeit willkommen!
Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung!

Die Aktionseröffnung in Bildern

Die Eröffnung: Reime, Reden, Rätsel

Am Donnerstag, 18. April 2024, wurde die 72-Stunden-Aktion für Nürtingen im Rahmen einer Auftaktveranstaltung im katholischen Gemeindehaus St. Johannes offiziell eröffnet. Gleich zwei Gruppen stellen sich der Herausforderung, in gerade mal drei Tagen jeweils ein gemeinnütziges Projekt in die Tat umzusetzen. Insgesamt engagieren sich rund 70 Personen – vor allem Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene – ehrenamtlich für die gute Sache und versuchen, in 72 Stunden die Welt ein bisschen besser zu machen.

Wenige Minuten vor Beginn der Aktionseröffnung ging ein kräftiger Regenschauer auf Nürtingen nieder, so dass die Veranstaltung kurzfristig in den Gemeindesaal verlegt werden musste. Die im Vorfeld mit Sprühkreide überall auf dem Kirchplatz, auf Stehtischen und an den Gemeindehausfenstern angebrachten Aktionslogos wiesen den Besucher:innen dennoch den Weg.

Die Moderator:innen Tami und Jakob begrüßten Gäste und Aktionsteilnehmer:innen in Reimform, was die Stimmung bereits deutlich lockerte. Der Mädelstreff präsentierte eine Tanz-Performance und Oberbürgermeister Dr. Johannes Fridrich versprach, für Hilferufe der Aktionsteams jederzeit ein offenes Ohr auf seinem Instagram-Profil zu haben. Er verriet, dass er selbst früher als Ministrant aktiv gewesen war, allerdings hätte es zu dieser Zeit noch keine so großartigen Aktionen gegeben. Aber auch, wenn er selbst handwerklich nicht sonderlich begabt sei, so würde er seine Netzwerke nutzen, um die Teams tatkräftig zu unterstützen.

Pastoralreferent Christian Slunitschek sprach im Namen der katholischen Kirchengemeinde und forderte zu einer Selfie-Challenge auf: Alle Anwesenden sollten zum Aktionsstart auf den sozialen Medien ein aktuelles Selfie posten und auch während der kommenden drei Tage immer wieder den Hashtag #72stundenstjohannes nutzen.

Durch die zwischenzeitlich in Hagel übergegangenen Wetterkapriolen, wurde der Ablauf der Veranstaltung ein wenig durcheinandergewirbelt, so dass spontan ein gemeinsamer Tanz zum Aufwärmen eingeschoben wurde. Der Koordinationskreis (Ko-Kreis) des Dekantsjugendreferates wurde per Video eingespielt, und übergab sozusagen virtuell die grünen Rätselkisten, die den Gruppen nach dem Lösen einiger kniffliger Aufgaben ihre Projekte  für die kommenden 72 Stunden verrieten. Eine kleine Regenpause wurde kurzerhand genutzt, um alle auf den Kirchplatz zu bitten: Nach einem gemeinsamen Countdown flogen mit fast 100 hoffnungsgrünen Luftballons die guten Wünsche für eine erfolgreiche, harmonische Aktion in den Nürtinger Himmel und die 72-Stunden-Aktion für Nürtingen hatte dann auch offiziell begonnen.

Heute geht’s endlich los!

Donnerstagmorgen, 08:00 Uhr
Am vergangenen Wochenende herrschte durchaus sommerliches Wetter mit angenehmen 25 Grad und strahlendem Sonnenschein. Sonnenbrillenwetter. Doch in den letzten Tagen genau das Gegenteil: einstellige Temperaturen, wolkenverhangener Himmel und immer wieder Regen.
Dann plötzlich, so gegen Mittag reißt der Himmel auf, die Sonne strahlt durch die restlichen Wolkenfetzen und schon sieht gleich alles viel entspannter aus. Wird das Wetter doch halten für die nächsten 72 Stunden?

IT-Ausfall legt das Pfarramt lahm
Manchmal kommt zum Unglück ja auch noch Pech dazu. Seit gestern, Mittwoch, streikt die IT-Technik im Pfarramt und legt damit alles, was auch nur entfernt mit Computer oder ausdrucken zu tun hat, lahm. Nur gelegentlich gibt es die Möglichkeit, ins Internet zu gehen, aber nicht auf alle Seiten, Mails kommen unregelmäßig rein, oder auch nicht, und der zentrale Server mit allen Dokumenten und Dateien ist nicht erreichbar. Die IT-Abteilung des Bischöflichen Ordinariats in Rottenburg arbeitet seit gestern mit allem, was ihr zur Verfügung steht, an der Lösung des IT-Problems, denn scheinbar ist nicht nur St. Johannes, sondern auch große Teile der Diözese betroffen. Auch der direkte IT-Dienstleister des Pfarramtes wird eingeschaltet und regelmäßig dazu befragt, was denn sein könnte. Insgesamt jedoch große Ratlosigkeit. Bleibt also nur analoges Arbeiten, und dabei wird Improvisation und Kreativität groß geschrieben.

Es bleibt regnerisch
Heute Mittag haben wir uns wohl zu früh gefreut: Es ist und bleibt weiterhin kalt, windig und regnerisch. Waren die letzten Vorbereitungen zur großen Eröffnung der 72-Stunden-Aktion noch auf dem Kirchplatz neben St. Johannes trocken zu bewältigen, öffnet der Himmel fünf Minuten vor dem Opening seine Schleusen und es schüttet, so dass die Eröffnung kurzfristig ins Gemeindehaus verlegt werden muss. Immerhin: Die unter großen Mühen bestellten Fahnen zur Aktion wurden gerade rechtzeitig geliefert und können ausgepackt, aufgebaut und bestaunt werden.
Ab 14:00 Uhr trudeln dann die ersten Mitglieder der Aktionsgruppen ein und es sind nur noch wenige Stunden bis zum offiziellen Start.