Gemeindeleben im Rückblick
Über das Jahr verteilt ist eine ganze Menge los in unserer Kirchengemeinde. Auf dieser Seite finden Sie Eindrücke aus der bunten Vielfalt von Veranstaltungen, Gottesdiensten und Aktionen, die in und um St. Johannes, sowie den Gemeindeteilen stattgefunden haben. Dabei sind die Beiträge chronologisch sortiert, wobei Sie den jüngsten Beitrag ganz oben finden. Es lohnt sich also, auch nach unten zu scollen, die Zeit zurück zu drehen und in Erinnerungen zu schwelgen.
Wir wünschen Ihnen dabei viel Vergnügen!
St. Johannes bringt die Osterbotschaft in die Stadt
Mit Osterlämmchen brachten wir auch in diesem Jahr die Osterbotschaft in die Stadt: Am Karsamstagmorgen war ein kleines Team von Engagierten in die Nürtinger Fußgängerzone aufgebrochen, um gebackene Lämmchen an die Marktbesucher und andere Passanten zu verteilen. Dabei geht es zunächst darum, mithilfe dieses biblischen Symbols sowie eines Infoflyers auf die eigentliche Osterbotschaft hinzuweisen und als Katholische Kirche (auch) in der Innenstadt präsent zu sein. Wieder zeigte sich, dass zahlreiche Menschen interessiert stehen blieben und – wie Angelika Sauermann berichtet – „kurze Gespräche und Begegnungen stattfanden, in denen wir Menschen positiv überraschten und erfreuten. Im Rahmen von ‚Kirche an verschiedenen Orten‘, wollen wir als Kirchengemeinde hinaus zu den Menschen gehen, um nah- und sichtbar zu werden.“ Auch Bastian Vorbrugg, Helga Göry-Pfitzer, Michael Medla, Petra König und Bodo Klehr waren dabei und verteilten in den rasch verstreichenden drei Vormittagsstunden 350 Lämmchen mit der Botschaft: Jesus Christus wird im Johannesevangelium als Lamm Gottes (lat. Agnus Dei) bezeichnet. Das Lamm ist ein Symbol für das zerbrechliche Leben, das Gott beschützen und retten will: Jesus blieb nicht im Tod, sondern lebt: Frohe Ostern!
Bodo Klehr
20. Maultaschenessen wieder ein schöner Erfolg
Nach dem gut besuchten Gottesdienst am 15. März 2026 in St. Johannes zur Misereor Aktion ‚Ja Hier fängt Zukunft an‘ zu den Lebenswelten junger Menschen in Kamerun, haben wir zum Maultaschenessen ins Gemeindehaus eingeladen. Der Gemeindesaal war voll betischt mit 168 Plätzen, die tatsächlich fast alle gebraucht wurden. Diesmal hatten wir die Plätze an den schön dekorierten Tischen bereits eingedeckt und es wurden Schüsseln und Platten mit Soße, Kartoffelsalat, Röstzwiebeln und Maultaschen nach dem Gebet auf die Tische verteilt. Gut 450 Maultaschen, auch vegetarische wurden verzehrt, dazu 35 kg selbst gemachten Kartoffelsalat und gut 15 Liter Soßen.
Im Anschluss wurde noch Kaffee und Kuchen angeboten. Es gab viele Begegnungen und Gespräche und Gäste sogar aus den Partnervereinen in Ulm, Allmendingen und sogar aus der Schweiz.
Dies alles war nur möglich durch Unterstützung unserer Helferinnen und Helfer im Vorfeld z.B. beim Kartoffel schälen und den Einsatz beim „großen Finale“ in Küche und Saal. Ein extra Dank geht auch an die Kuchenspender und das Kaffeeteam. Ein überaus herzliches „Vergelt‘s Gott“ an alle.
Doch was wäre dies alles ohne unsere zahlreichen Gäste, die mit ihrer großzügigen Spende zu einem sehr guten Nettoergebnis von gut 2.000,- Euro beigetragen haben. Ebenfalls ein herzliches Dankeschön.
Der Betrag wird ungeschmälert an unsere Partnergemeinde in El Laurel weitergeleitet. Mit ihm wird Kindern und Jugendlichen der Schulbesuch bzw. eine Ausbildung / Studium ermöglicht und vielen Menschen medizinisch geholfen.
Für den Initiativkreis El Laurel: Erna Hammer und Erhard Baier
Weltgebetstag in Oberensingen
Am Freitag, 06. März 2026 wurde der 99. Weltgebetstag der Frauen aller Konfessionen in Oberensingen von einer kleinen Gruppe sehr aktiver Frauen aus Hardt, Oberensingen und Zizishausen vorbereitet und gestaltet. Thema dieser ökumenischen Aktion war ‚Kommt! Bringt eure Last‘ und das Beispielland war dieses Jahr Nigeria in Westafrika. Der voll besetzte Kirchenraum der evangelischen Kirche war afrikanisch dekoriert und auch das Team hatte traditionelle Gewänder aus Nigeria angezogen. Die Liturgie wurde von christlichen Frauen aus Nigeria mit Texten und Liedern ausgearbeitet. Musikalisch wurde der Gottesdienst von Heiko Schall und Frank Henssler begleitet, die neuen Lieder wurden kurz eingesungen. Das Land Nigeria wurde vorgestellt. Es ist das bevölkerungsreichste Land Afrikas und gut 2,5-mal so groß wie Deutschland. Dort gibt es hunderte Sprachen und Dialekte, im Norden mehr Muslime, der Süden ist eher christlich geprägt. Die Probleme dort sind vielfältig, geprägt von Entführungen, Überfällen und hoher Arbeitslosigkeit. Frauen sind dort besonders betroffen, dazu gab es drei Anspiele mit Beispielen. Das Opfer wurde in afrikanischer Tradition in einem getanzten Opfergang nach vorne gebracht, dabei konnte ein Stein als Last abgelegt und eine Spende eingelegt werden. Das Opfer für Hilfsprojekte erbrachte über 800,- EUR, herzlichen Dank dafür! Dank auch an das Team Ilse Baier, Monika Bunk, Gabi Jahn, Britta Kattner, Bärbel Thumm und Agnes Tozcek.
Erhard Baier
Ein „Hoffnungsort“ für die Albert-Schäffle-Schule (ASS)
Zum Schulanfang im neuen Jahr haben Schüler des Wirtschaftsgymnasiums an der Albert-Schäffle-Schule auch ihren neuen „Hoffnungsort“ feierlich begrüßt. Nicht nur die bevorstehenden Abiturprüfungen, auch zahlreiche andere Themen beschäftigen die Jugendlichen, bereiten Sorge oder lassen zuversichtlich in die Zukunft schauen.
Der neue „Hoffnungsort“ entsteht aktuell um einen vor drei Jahren gepflanzten „Korbinian-Aigner-Apfelbaum“, welchen die Landeskirche stiftete vor dem Hintergrund des Martin Luther zugeschriebenen Satzes: „Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen.“ Dabei hatten sich die Schüler mit dem kulturübergreifenden Symbol des Lebensbaumes sowie dem Namensgeber Korbinian Aigner beschäftigt. Dieser hatte sich als Pfarrer zur Zeit des Nationalsozialismus regimekritisch geäußert und war hierauf ins Konzentrationslager nach Dachau gekommen, wo er neben der zu leistenden Zwangsarbeit heimlich Apfelbäume züchtete. Aigner überlebte das Konzentrationslager und war noch viele Jahre in seiner Kirchengemeinde sowie als Pomologe aktiv, eine seiner Apfelbaumsorten wurde später nach ihm benannt.
Schon bei der großen Weihnachtsandacht vor den Ferien mit 280 jungen Leuten und musikalischer Begleitung durch unseren Organisten Reinmar Wipper sprach Schulseelsorger Bodo Klehr die Einladung aus: „Wenn mal eine Klassenarbeit daneben ging, es in der Beziehung kriselt, die berufliche Zukunft ungewiss vor einem liegt oder Ihr Euch einfach unterhalten und frische Luft schnappen wollt – dann schaut nach oben: es ist wichtig, dass die Weite des Himmels offen gehalten wird, dass das Irdische mit all seinen Widrigkeiten nicht alles ist.” Und eine Schülerin meinte: „Wie der Baum Wurzeln, Stamm und Äste hat, so braucht auch der Mensch Hoffnung, die ihn nährt, hält und aufrecht gehen lässt. Denn nur mit Hoffnung kann man gedeihen und wie ein Baum Früchte tragen.“ Als sichtbares Zeichen waren in den Klassen „Weihnachtliche Patientengrüße“ geschrieben und an die benachbarte Mediusklinik mit dem dortigen Klinikseelsorgeteam übergeben worden – eine bewährte Kooperation der verschiedenen kirchlichen Orte in unserer St.-Johannes-Gemeinde.
Bodo Klehr
Danke für eine tolle Sternsinger-Aktion 2026!
(ms). „Schule statt Fabrik – Sternsingen gegen Kinderarbeit“ lautete das Motto der diesjährigen Aktion Dreikönigssingen, bei der sich in unserer Kirchengemeinde über 300 Personen ehrenamtlich in den Dienst der guten Sache stellten. Schon bei der gemeinsamen Aussendungsfeier am Nachmittag des Neujahrstages wurde in einem Anspiel deutlich: Kindheit im Beispielland Bangladesch unterscheidet sich in Vielem von der Kindheit bei uns. Statt in der Schule zu lernen, müssen dort die Kinder auch heute noch zum Lebensunterhalt ihrer Familien beitragen und unter teilweise höchst gefährlichen Bedingungen in Fabriken oder Minen tagaus tagein arbeiten. Das Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ versucht, mit den Spenden die Lebensbedingungen vor Ort nachhaltig so zu ändern, dass den Kindern eine Schulausbildung ermöglicht werden kann und sie auch einfach „Kind sein“ dürfen.
In unserer Kirchengemeinde waren in diesem Jahr bei durchaus eisigen Temperaturen und zeitweiligem Schneefall 182 Sternsinger:innen mit ihren 90 Begleiter:innen von Haus zu Haus unterwegs, um die frohe Botschaft von Weihnachten zu verkünden und den Segen für das neue Jahr in die Häuser und Wohnungen zu bringen. 36 Personen kümmerten sich – mehr oder weniger im Hintergrund – um Fahrdienste, Verpflegung, warmen Punsch, ein gemütliches Gemeindehaus und vieles mehr. Auch auf dem Nürtinger Wochenmarkt waren die Sternsinger 2026 präsent und brachten so die Aktion auf eine andere, für uns neue Weise in die Öffentlichkeit. Für das Engagement aller Beteiligten an der Sternsinger-Aktion gleich zu Beginn des neuen Jahres sagen wir von Herzen DANKE!
Aber auch den vielen Spender:innen, die ihre Herzen und ihre Türen für die Sternsinger geöffnet haben, danken wir sehr. Gemeinsam konnten wir in unserer Kirchengemeinde (Infostand: 08.01.) den Betrag von EUR 38.273,85 erlösen und so die Welt ein bisschen gerechter machen.
Religionspädagogischer Tag: GOTT – mehr als ein Wort
Auf die Suche nach Gott, dem Dreh- und Angelpunkt des Religionsunterrichts, machten sich 80 Lehrerinnen und Lehrer beim Religionspädagogischen Tag im katholischen Gemeindehaus St. Johannes in Nürtingen. Dieser Fortbildungstag für evangelische und katholische Religionslehrkräfte im Landkreis Esslingen und Göppingen wurde zum 31. Mal begangenen. Stephan Schiek, der evangelische Schuldekan des Kirchenbezirks Geislingen-Göppingen und Lucia Karle, katholische Schuldekanin in Nürtingen begrüßten auch im Namen der Mitorganisatoren Christoph Salzger, der für die evangelischen Kirchenbezirke Esslingen und Bernhausen zuständig ist und Dorothee Moser (+), evangelische Schuldekanin für die Kirchenbezirke Nürtingen und Kirchheim/Teck. Die vier Kolleginnen und Kollegen sind mit ihren Teams verantwortlich für das besondere Fortbildungsformat, das durch drei Auszeiten in der Kirche St. Johannes Evangelist am Morgen, vor dem Mittagessen und zum Ausklang mit besinnlicher Musik, geistlichen Impulsen zum Thema des Tages, gemeinsamen Liedern und Gebeten Raum zum Innehalten bot. Eine Zeit, die von allen Teilnehmenden sehr geschätzt wurde.
Hauptreferent des Tages war Rainer Oberthür, Dozent für Religionspädagogik am Katechetischen Institut des Bistums Aachen. Er ist Autor zahlreicher Bücher, in denen er sich mit den „großen Fragen“ des Lebens und des Glaubens beschäftigt. Im Mittelpunkt des Fortbildungstages stand sein Buch: „Die Gottsucher – 24 Wege auf der Spur des Verborgenen“. Rainer Oberthür stellte der interessierten Teilnehmerschaft seine Erfahrungen aus einer Unterrichtseinheit mit einer dritten Klasse zum Thema „Was und wer und wie ist GOTT?“ vor. Grundlage für diese Beschäftigung ist das mittelalterliche „Buch der 24 Philosophen“. Rainer Oberthür hat es für heute neu erzählt und mit Perspektiven von Kindern ergänzt. So wurde die Gruppe gemeinsam zu Gottsuchern, neue Unterrichtswege und zahlreiche kreative Unterrichtsmaterialien konnten entdeckt und theologische Hintergründe reflektiert werden.
Der Nachmittag bot mit fünf Workshops weitere Impulse für die Unterrichtspraxis: Im Workshop „Zwischen 99 Namen und persönlicher Annäherung: Gott im islamischen Religionsunterricht“ konnte man sich mit der interreligiösen Perspektive beschäftigen. Unter dem Motto „Gott auf der Spur“ wurden „Gottsucherkisten“ und Experimentierkisten selbst gestaltet. Anhand des Bilderbuchs „So viel mehr als Sternenstaub: Nachdenken und Staunen über Gott“ des Hauptreferenten bekamen die Teilnehmenden Ideen, Methoden und Inhalte zum Nachdenken über Gott im Religionsunterricht mit auf den Weg.
Der Wernauer Buchdienst hatte ein breites Angebot von Büchern für die Lehrkräfte dabei, wobei sich vor allem die handsignierten Bücher des Referenten großer Beliebtheit erfreuten.
Im Namen aller, des Vorbereitungsteams und der Teilnehmerschaft, bedankte sich Schuldekanin Lucia Karle beim Team der Ehrenamtlichen aus der Johanneskirchengemeinde für die herausragende Gastfreundschaft im Nürtinger Gemeindehaus.
Lucia Karle und Stephan Schiek
Neues Turmkreuz für St. Johannes
(ms). Die Arbeiten im Rahmen der Turmsanierung der Nürtinger St.-Johannes-Kirche schreiten voran. Hatte das alte Turmkreuz seit dem Bau der Kirche im Jahr 1956 treu seinen Dienst in luftiger Höhe über der Stadt getan, so war es inzwischen doch in die Jahre gekommen. Mitte Oktober wurde das aus Beton bestehende, ca. 4,3 Tonnen schwere Kreuz abgenommen und seither war das Dach des Kirchturmes verwaist. Der Anblick der kreuzlosen Kirche hatte jedoch seit dem Vormittag des 03. November ein Ende. Das von der Nürtinger Schlosserei Färber gefertigte, rund sieben Meter hohe neue Turmkreuz wurde im Rahmen einer kleiner Segensandacht feierlich seiner Bestimmung übergeben und montiert.
Rund 100 Gemeindemitglieder und Interessierte hatten sich bei strahlendem Sonnenschein und kühlen Temperaturen auf dem Kirchplatz eingefunden, um die nicht alltäglichen Bauarbeiten in der Nürtinger Vendelaustraße mitzuverfolgen. Gegen 10:00 Uhr wurde die Andacht mit einem Choral eröffnet. Pastoralreferent Christian Slunitschek segnete dann das neue Turmkreuz mit Weihwasser, Weihrauch und Gebeten, und nachdem ein zweiter Choral im Rahmen der Andacht verklungen war, hob der auf dem Kirchplatz befindliche 50-Meter-Kran das neue Kreuz an seinen Bestimmungsort über den Dächern Nürtingens. Dabei schwebte die 1,4 Tonnen schwere Metall-Skulptur scheinbar mühelos in den strahlend blauen Himmel. Die Zuschauer:innen waren fasziniert davon, wie das Kreuz mit zunehmender Höhe immer kleiner erschien. Auf dem Kirchturm wurde es dann von den Mitarbeiter:innen der Schlosserei in Empfang genommen, in die Verankerung eingesetzt und fixiert, was die Anwesenden mit Beifall belohnten.
Bei einem anschließenden kleinen Umtrunk auf dem Kirchplatz wurde dann auf das neue Kreuz angestoßen und mit guten Gesprächen klang die kleine Feier aus, bevor sich alle wieder ihrem Tagesgeschäft widmeten.
Die Albert-Schäffle-Schule auf Orientierungstagen in St. Johannes
Zum Schuljahresbeginn gab es wieder eine Kooperation der Kirchengemeinde mit der Schulseelsorge an der kaufmännischen Albert-Schäffle-Schule sowie dem Dekanatsjugendreferat: drei Klassen des Berufskollegs 1 waren auf Orientierungstagen im Gemeindehaus von St. Johannes: seit nunmehr neun Jahren wird mit diesem gemeinsamen Start den Schülern die Gelegenheit geboten, sich als einzelne und in der Gruppe besser kennenzulernen, zu erleben, Erfahrungen zu sammeln und schließlich innerhalb eines rasch verstreichenden Jahres das Klassenziel zu erreichen.
Hierzu trafen sich die Jugendlichen zusammen mit Dekanatsjugendreferentin Julia Eberle und Schulseelsorger Bodo Klehr im Gemeindesaal von St. Johannes, um schrittweise die jeweils eigenen, persönlichen Stärken zu entdecken und diese in Beziehung mit den anderen zu entwickeln. Was zunächst in Kleingruppen auf Plakaten gesammelt worden war, konnte dann bei Teamaufgaben wie dem „Eisschollen-Spiel“ oder dem „Fröbelturm“ entfaltet werden.
Mittags stärkten sich die Klassen in der nur wenige Minuten entfernt liegenden Mensa der Philipp-Matthäus-Hahn-Schule, um dann nach Oferdingen aufzubrechen, wo die ASS-Kanadier für eine abenteuerliche Fahrt neckarabwärts bereitstanden. In kleinen Teams wagten die Schüler mit ihrer jeweiligen Klassenlehrkraft die Flussfahrt bis zum Ziel bei Mittelstadt und konnten dabei die vormittags erarbeiteten Fähigkeiten praktisch anwenden.
Durch die Kooperation mit Schulen kommt die Kirchengemeinde ihrem diakonischen Auftrag nach, begibt sich „an die Ränder“ und realisiert „Kirche an verschiedenen Orten“ (vgl. KiamO-Prozess). „Die Orientierungstage sind ein hervorragendes Beispiel für die gelingende Kooperation von kirchlicher Jugendarbeit und Schule und eine große Chance für die Kirchengemeinde wie für die jungen Menschen, welche sich auf den Weg in die berufliche Zukunft machen“, so Schulseelsorger Bodo Klehr.
Firmung 2025: On fire
(ms). Am 06.07. empfingen 28 Jugendliche und eine Erwachsene in St. Johannes das Sakrament der Firmung. Seit Ende des vergangenen Jahres hatten sich die Firmbewerber:innen in Gruppenstunden, gemeinsamen Treffen, Gottesdiensten und einem Wochenende intensiv mit Fragen des Lebens und Glaubens auseinandergesetzt und sich so auf die Firmung vorbereitet. Weihbischof Thomas Maria Renz aus Rottenburg, der Firmspender, nahm in seiner Ansprache Bezug auf das Leitwort der Firmung: On fire. Kirche, so Renz, dürfe nicht nur von außen beleuchtet werden; sie müsse von innen her leuchten. Wir gratulieren unseren Neu-Gefirmten sehr herzlich und hoffen, dass sie sich von der Flamme des Glaubens anstecken ließen. Darüber hinaus danken wir allen, die sich in der Vorbereitung und der Durchführung der Firmung engagiert haben.
Fronleichnamsfest 2025
(ms). Bei strahlendem Sonnenschein feierte die Seelsorgeeinheit Jakobsbrunnen am 19.06. ihr diesjähriges Fronleichnamsfest. Alle Gemeinden der Seelsorgeeinheit brachten sich ein, so dass es ein rundum gelungener, bunter Festtag wurde.
Nachdem bereits am Vorabend die ersten Aufbauten für das Gemeindefest umgesetzt wurden und der Blumenteppich in St. Johannes gelegt worden war, begann am Fronleichnamstag schon vor 08:00 Uhr ein umtriebiges Gewusel rund um das Gemeindehaus. Die Stände wurden eingerichtet, Waren angeliefert und die ersten Grills auf Betriebstemperatur gebracht.
An der evangelischen Stadtkirche St. Laurentius trafen ab 09:00 Uhr die ersten Beteiligten ein: Der Kirchenchor lockerte mit Einsingübungen die Stimmbänder, die Stadtkapelle positionierte sich links neben der Kanzel und auch die bei der Liturgie Mitwirkenden trafen sich zu letzten Absprachen. Um 10:00 Uhr begann dann der feierliche Gottesdienst. 15 Ministrant:innen mit Vortragskreuz, Fahnen, Weihrauch und Leuchtern, Lektor:innen für die Lesungen in kroatischer, italienischer und deutscher Sprache, zwei Priester, ein Pastoralreferent und mehrere Eucharistiehelfer:innen zogen unter den Klängen der Stadtkapelle ein und die Messe nahm ihren Lauf. In seiner Predigt griff Pastoralreferent Christian Slunitschek das Motto des Jubiläumsjahres „Pilger der Hoffnung“ auf, zu dem auch ein gut gefüllter Rucksack seine Pilgerreise durch unser Dekanat macht und der an Fronleichnam in Nürtingen war. Parallel zum Gottesdienst gab es eine Kinder-Kirche im Schatten von St. Laurentius, die gerne angenommen wurde.
Gegen 11:15 Uhr formierte sich dann die Prozession, die quer durch die Nürtinger Innenstadt zur St.-Johannes-Kirche führte. Nach dem sakramentalen Segen als Abschluss des Gottesdienstes begann dann kurz nach 12:00 Uhr das bunte Gemeindefest rund um St. Johannes. Die Stadtkapelle, die bereits Messe und Prozession begleitet hatte, spielte ein Platzkontert unter dem Walnussbaum im Pfarrgarten, während sich die Besucher:innen die reichhaltige Essensauswahl schmecken ließen: Von Schnitzeln, über italienische Pasta und Cevapcici bis zu Pommes, Rote vom Grill und einem abwechslungsreichen Kuchenbuffet blieben keine Wünsche offen.
Damit auch diejenigen, die den Gottesdienst nicht mehr selbst besuchen können, ein wenig von der Freude des Festes mitbekommen, brachten ehrenamtliche Kommunionhelfer:innen am Nachmittag die Eucharistie – verbunden mit einem kleinen Blumengruß – in die örtlichen Seniorenheime.
Die Kirchengemeinde bedankt sich auf diesem Weg bei allen, die zum Gelingen des Fronleichnamsfestes als ein Highlight des Gemeindelebens beigetragen haben und freut sich bereits auf das kommende Jahr!
Als sozusagen „kleine Ausgabe“ des Gemeindefestes gilt der „Internationale Gottesdienst“ am Samstag des Christkönigsfestes. In diesem Jahr ist er auf den 22.11. geplant. Auch hier gestalten alle muttersprachlichen Gemeinden der Seelsorgeeinheit den Gottesdienst mit und laden im Anschluss zu einem gemütlichen Beisammensein mit einem kleinen Imbiss und Getränken ins Gemeindehaus ein. Der Gottesdienst wird um 18:30 Uhr in St. Johannes sein; bitte merken Sie sich diesen Termin gerne schon einmal vor.
Feuerwehrübung am Gemeindehaus
(CS). Dichte Rauchschwaden drangen aus dem Keller des Gemeindehauses St. Johannes und auf dem Balkon riefen Personen um Hilfe. Zum Glück alles nur zur Übung. Am Montag, 16.06. fand eine Feuerwehrübung im und um das Gemeindehaus St. Johannes statt. Die Feuerwehr Nürtingen übte den Ernstfall. Im Keller des Gemeindehauses, wurden zwei Personen vermisst, die von mehreren Atemschutztrupps gesucht und gerettet wurden. Ebenso mussten vier Personen mittels Drehleiter vom Dach des Gemeindehauses gerettet werden. Eine der Personen hatte einen Bruch am Schienbein, so dass sie nur liegend auf einer Trage nach unten, auf den sicheren Boden, gebracht werden konnte. Dort wartete schon die DRK Bereitschaft Nürtingen, die ebenfalls mit mehreren Personen vor Ort war und sich um die Verletzten und geretteten Personen kümmerte. So musste der Bruch versorgt werden und eine aus dem Keller befreite Person reanimiert werden. Eine besondere Herausforderung war auch die Rettung von drei Personen mit Höhenangst vom Balkon des Gemeindehauses mit tragbaren Leitern. Mit gutem Zureden und vereinten Kräften gelang es DRK und Feuerwehr, die Personen sicher nach unten zu bringen.
Das regelmäßige Üben solcher Einsatzszenarien ist für die Rettungskräfte unerlässlich und schafft die Voraussetzungen für ein sicheres Vorgehen im Ernstfall. Falls es nun einmal im Gemeindehaus brennen sollte, was hoffentlich nie passiert, sind Feuerwehr und DRK nun bestens vorbereitet, kennen sich im Gebäude aus und können professionelle Hilfe leisten.
Die rund 35 Einsatzkräfte tun diesen Dienst übrigens alle freiwillig. Eine Berufsfeuerwehr z.B. gibt es in unserem Landkreis nicht und auch der Rettungsdienst ist regelmäßig auf die Unterstützung des Ehrenamtes angewiesen. Ein besonderer Dank gilt auch den Statisten aus der Gemeinde, die durch ihr Mitwirken die realitätsnahe Übung möglich gemacht haben.
Erstkommunion 2025
(CS). Nach einer intensiven Erstkommunionvorbereitung mit Projektnachmittagen, gemeinsamen Gottesdiensten und Aktionen, konnten wir am 03. und 04.05. Erstkommunion in der gut gefüllten St.-Johannes-Kirche feiern. Unter dem Motto „Seht und esst“ gestalteten die insgesamt 47 Erstkommunionkinder selbst den Gottesdienst mit und freuten sich auf den Empfang ihrer ersten heiligen Kommunion.
Wir bedanken uns bei allen, die die Vorbereitung mitgetragen und gestaltet haben, besonders bei den Ehrenamtlichen, die bei den Projektnachmittagen mitgewirkt haben. Ein herzlicher Dank geht auch an Andreas Kaiser und die Jugendband, die die Gottesdienste musikalisch begleiteten, an unseren Mesner Roland Hensel, der die vielen kleinen Aufgaben im Hintergrund übernommen hat, sowie an unser Sekretariat und unsere FSJlerin für die vielen organisatorischen Aufgaben.
Wir gratulieren unseren Erstkommunionkindern sehr herzlich und freuen uns, dass sie das Sakrament der Ersten Heiligen Kommunion empfangen haben: Luca, David, Fritz, Katharina, Mathilda, Alice, Lea, Luis, Aurora, Melissa Phil, Melia, Hannah, Joshua, Daniel, Lea, Bena, Carlo, Alessia, Samuel, Johannes, Emilian, Chiara, Amelie, Zoe, Guiseppe, Annemarie, Samira, Thea, Rieke, Imela, Lisa, Sophie, Pauline, Raphael, Viktoria, Konstantin, Anneli, Emma, Diana, Sam, Louis, Lena
Aktionen am Misereor-Sonntag 2025
Am Misereor-Sonntag, dem 06.04., fanden im katholischen Gemeindehaus St. Johannes zwei Aktionen statt, die vom Familienkreis St. Johannes initiiert und durchgeführt wurden.
Zum einen entstand schon vor längerer Zeit die Idee, aus den Hungertüchern der vergangenen Jahre Taschen zu nähen und zu verkaufen, um dadurch die Sanierung des Kirchturms zu unterstützen. Acht Frauen haben sich bereit erklärt, die Aktion zu unterstützen. So konnten wir am Misereor-Sonntag nach dem Gottesdient 280 € durch den Verkauf einnehmen, wobei die Hälfe an Misereor ging und die andere Hälfte für den Kirchturm vor Ort verwendet wird.
Parallel dazu fanden sich fleißige Hände, die am Sonntag eine Fastensuppe zubereiteten und gegen eine Spende zum gemeinsamen Essen ins Gemeindehaus einluden. Dadurch sind 174 € in den Spendentopf für Misereor geflossen.
Ein herzliches Dankeschön an alle Helferinnen und Helfer, den Gästen beim Essen und den TaschenkäuferInnen.
Am Gemeindefest an Fronleichnam werden wir, angespornt durch weitere Nachfragen, nochmals Taschen zum Verkauf anbieten.
Für den Familienkreis St. Johannes: Theresia Gutbrod und Martina Schmid
Maultaschenessen voller Erfolg
Im katholischen Gemeindehaus St. Joseph in Wolfschlugen fand am 23.03. das 19. Maultaschenessen für El Laurel statt. Es ist seit dem Jahr 2000 Tradition mit wenig Unterbrechungen. Direkt nach dem Gottesdienst, der von einem kleinen Musikteam begleitet wurde, konnten wir in den vorbereiteten Saal umziehen. Wir hatten einen so großen Zuspruch, dass alle 430 Maultaschen bald verzehrt waren und es leider nicht für alle gereicht hat. Beim anschließenden Kaffee und Kuchen konnte der Mittag ausklingen, auch da war zum Schluss alles weg. Es war eine lockere Atmosphäre mit vielen Begegnungen und Gesprächen.
Dies alles war nur möglich durch Unterstützung unserer Helfer im Vorfeld und den Einsatz beim „großen Finale“. Ein extra Dank geht auch an die Kuchenspender und das Kaffeeteam. Ein überaus herzliches „Vergelt‘s Gott“ an alle.
Doch was wäre dies alles ohne unsere zahlreichen Gäste, die mit großzügigen Spenden zu einem sagenhaften Ergebnis von rund 2.500,- Euro beigetragen haben. Ebenfalls ein herzliches Dankeschön.
Der Betrag wird ungeschmälert an unsere Partnergemeinde in El Laurel weitergeleitet. Mit ihm wird Kindern und Jugendlichen der Schulbesuch bzw. eine Ausbildung / Studium ermöglicht und vielen Menschen medizinisch geholfen.
Für den Initiativkreis El Laurel Erna Hammer und Erhard Baier
Weltgebetstag 2025: Cook Inseln – „Wunderbar geschaffen“
Unter diesem Motto fand der diesjährige Weltgebetstag statt, die Liturgie wurde von Frauen von den Cook Inseln vorbereitet. Am Eingang wurden alle Besucherinnen und Besucher mit einem Blütenkranz persönlich begrüßt und dem typischen Gruß: Kia orana. Das heißt so viel wie“ Mögest du lange und gut leben“.
Mit rund 60 Besucherinnen und Besuchern füllte sich die Friedenskirche in Hardt, für viele waren die Cook Inseln, die zwischen Neuseeland und Australien liegen, eine unbekannte und eher fremde Welt. Mit Bildern und Texten wurde allen diese Welt nähergebracht. Das ökumenische Weltgebetstagsteam aus Hardt, Oberensingen und Zizishausen hatte im Vorfeld die Hardter Friedenskirche mit viel Liebe zum Detail dekoriert.
Psalm 139 stand als Überschrift über den Gottesdienst: „Du weißt, ob ich sitze oder stehe, du verstehst meine Gedanken von fern.“ Es war ein sehr stimmungsvoller Gottesdienst, die Wellen des Pazifiks wurden eingeführt durch ein besonderes Instrument, eine ocean drum und versetzte die Gottesdienstgemeinde in diese ganz andere Inselwelt. Die Lieder wurden schwungvoll begleitet am Klavier von Heiko Schall, der es glänzend verstand, alle in die schönen Melodien mithineinzunehmen. Zu einem Lied aus der Liturgie wurde unter Anleitung vom Renate Matrohs getanzt. Drei Stimmen von Frauen von den Cook Inseln erzählten aus deren Alltag.
Im Anschluss wurde in der Kirche beim gemeinsamen Essen, teilweise nach Rezepten von den Cook Inseln gekocht und gebacken und vorbereitet, noch rege diskutiert und gelacht und auch alkoholfreie Cocktails genossen. Mit der Zusage: „Du bist wunderbar geschaffen“ konnten alle den Heimweg antreten.
Ein herzliches Dankeschön an alle, die am Gottesdienst teilgenommen haben, an alle, die zum Buffett etwas beigesteuert haben und an Pfarrerin Rebekka Elwert, die mit dem Team den Gottesdienst gefeiert und gestaltet hat.
Wir laden jetzt schon zum Weltgebetstag 2026 ein. Der Gottesdienst für den Weltgebetstag kommt aus Nigeria. Er findet am Freitag, dem 06.03.2026 in Oberensingen statt.
Im Namen des ökumenischen Vorbereitungsteams: Agnes Toczek
Indienreise mit Pater Saji - Erlebnisse und Erfahrungen im Lande, wo der Pfeffer wächst….
So dachte auch die Reisegruppe der katholischen Kirchengemeinde St. Johannes Nürtingen, die ihren Pfarrvikar Pater Saji in seine Heimat nach Indien begleitete.
Geboren in Kerala, wurde Pater Saji 2010 zum Priester geweiht und kam 2021 nach Deutschland.
Es war bereits das zweite Mal, dass eine Gruppe der Gemeinde zusammen mit ihm sein Heimatland besuchte. Die Begeisterung vor 2 Jahren motivierte zu dieser erneuten Reise.
Die 24-köpfige Gruppe startete Anfang Januar erwartungsvoll in Delhi. Beim Zwischenstopp in Dubai verwunderte das pralle Leben dort noch weit nach Mitternacht. Nach der Landung in Delhi war die erste Station im sogenannten „Goldenen Dreieck“ der 73m hohe Qutab Minar, eine Siegessäule und einer der höchsten Türme in der persischen Welt. Reich verziert mit Zitaten des Koran wurde er nach dem Sieg über das letzte Hindureich in Delhi erbaut. Teile der zerstörten Hindutempel wurden in der dortigen Moschee verbaut und symbolisierten einmal mehr den Sieg des Islam über die Hindus.
Anschließend folgte eine Rundfahrt durch Delhi, vorbei an India Gate, Parlament und Präsidentenpalast.
Überwältigend war am nächsten Tag der Besuch des UNESCO Welterbes Taj Mahal. Durch die aufwändigen Verzierungen wirkt das monumentale Bauwerk fast filigran. Da es Sonntag war, herrschte dichtes Gedränge. Zahlreiche Inderinnen und Inder in wunderschönen, prächtigen Gewändern kamen, um sich paarweise vor diesem Symbol einer großen Liebe fotografieren zu lassen. Die wilden Affen in dem weitläufigen Park zeigten sich unbeeindruckt von dem ganzen Rummel.
Ebenso beeindruckend war das zweite Ziel des Tages, die Festung Agra. Im 16. Jahrhundert entstand die Festung aus rotem Sandstein, als Agra zur Hauptstadt erhoben wurde. Ein Nachfolger des ersten Bauherren ergänzte verschiedene Bauten aus weißem Marmor mit Glasverzierungen, was der ganzen Anlage einen besonderen Reiz gibt. Ein Palast wurde jedoch nicht erstellt, da zwischenzeitlich die Hauptstadt zurück nach Delhi verlegt wurde. Die Nutzung von Fort Agra erfolgte überwiegend in den Sommermonaten. Intelligente Bauweise sorgte dafür, dass Wind und verschiedene Wasserläufe im Gebäude für angenehme Kühlung sorgten. Bei guter Sicht lässt sich von den Terrassen aus das Taj Mahal bewundern.
Das dritte Ziel im „Goldenen Dreieck“ war Jaipur, auch die „Rosa Stadt“ genannt. Rosa gilt in Indien als Farbe der Gastfreundschaft und so wurde im 19. Jahrhundert die Altstadt rosa gestrichen anlässlich des Besuches von Kronprinz Albert Eduard. Es ist nicht überliefert , wie begeistert er von diesem rosa Willkommensgruss war. Inzwischen ist die Farbe etwas verblasst, aber noch erkennbar. Zu den herausragenden Sehenswürdigkeiten von Jaipur gehört der Stadtpalast und das Amber Fort, mit seinem prächtigen Spiegelsaal. Die Stadtrundfahrt führte auch vorbei am malerischen Jal Mahal, dem Wasserpalast. Sehr bekannt ist auch der „Palast der Winde“, bei dem es sich eigentlich nur um eine Fassade mit durchbrochenem, gitterförmigem Mauerwerk handelt. Dies ermöglichte es den edlen Damen das bunte Treiben der Stadt zu beobachten, ohne gesehen zu werden.
Das bunte Miteinander von Fahrzeugen aller Art, Fußgängern, heiligen Kühen, manchmal auch Elefanten und einer Vielzahl von Straßenhändlern übt auch heute noch eine gewisse Faszination aus. Vor allem wenn man bedenkt, mit welcher ruhigen, freundlichen Gelassenheit hier jede noch so chaotische Situation gelöst wird. Da es in Indien keine Fahrschulen gibt und auch nicht alle Auto-oder Motorradfahrer eine Fahrprüfungen ablegen, wurde in der Reisegruppe spekuliert, ob die Fahrzeuglenker sich vielleicht nur deshalb nicht über Regelverstöße mokieren, weil diese Regeln gar nicht bekannt sind…. Manchmal hatte die Gruppe das Gefühl, dass auch das Linksfahrgebot nur eine Empfehlung ist.
So interessant der Strassenverkehr, so gewöhnungsbedürftig für uns waren die übereifrigen Verkäufer. Obwohl die Existenz von Kinderarbeit energisch abgestritten wurde, konnten die Preise der Waren garantiert nur auf Grund von Kinderarbeit so günstig sein. Auch die Analphabetenrate von über 20% spricht dafür, dass zahlreiche Kinder keine Möglichkeit zum Schulbesuch haben. Unmut über die Hartnäckigkeit und Mitleid, weil die Verkäufer – teils selbst Kinder- von der Kauflust des Touristen abhängig sind, waren widersprüchliche und parallele Empfindungen.
Neben den prachtvollen Gebäuden verschlug gerade diese unübersehbare bittere Armut teilweise die Sprache. Dies hautnah zu sehen und erleben, ist etwas ganz anderes, als es irgendwo zu lesen: Menschen, die auf Verkehrsinseln in Zelten aus Plastikfolie leben - Kinder, die sich frierend um ein kleines Feuer aus getrockneten Kuhfladen scharen - dies alles direkt neben dem gepflegten Grün des Golfplatzes inmitten der Stadt. Obwohl die Regierung in den Wintermonaten Zelte bereit stellt, damit die Menschen nicht gänzlich ungeschützt die kalte Zeit verbringen, ist dort nicht Platz für alle. Allein in Delhi wird von 100000 Obdachlosen ausgegangen.
Deren Lebenssituation begünstig Erkrankungen jeglicher Art. Zwar ist die ärztliche Versorgung in Indien kostenlos, doch weil das Gesundheitssystem chronisch unterfinanziert ist, sind die Wartezeiten lang und die Behandlungen nicht immer optimal.
Nach diesen ersten 3 Tagen, angefüllt mit vielen Eindrücken und Fragen, ging es nach Goa. Einst Sehnsuchtsort der Hippies, ist es heute eher bekannt für seine weitläufigen Strände. In Südgoa besichtigte die Gruppe die Se-Kathedrale und die Basilica de Bom Jesu, eines der ältesten christlichen Gebäude von Goa. Dort liegen die sterblichen Überreste des indischen Nationalheiligen Franz Xaver. Er lebte als Missionar bei den Perlenfischern und erkannte früh, dass nicht Worte sondern vor allem Taten überzeugen. Er spürte, was die Menschen benötigten und war an ihnen und nicht an ihren wertvollen Perlen interessiert.
Anschließend gab es einen „freien“ Tag, um die vielfältigen Eindrücke zu sortieren und verarbeiten. Bei Spaziergängen am Strand, zum nahegelegenen Fort und durch die Winkel und Gassen von Goa mit zahlreichen Läden kehrte etwas Ruhe ein.
Weiter ging es dann tags darauf per Inlandsflug nach Bangalore, einem aufstrebenden Zentrum für IT-Technik, und von dort aus nach Mysore. Am Abend faszinierte der angestrahlte Palast, der neugierig machte auf die Innenbesichtigung - die dann auch alle Erwartungen übertraf. Neben der Philomenakirche stand noch der religiös sehr bedeutsame Chamundeswari-Tempel auf dem Programm. Über 1000 Jahre alt ist er eine wichtige Pilgerstätte für die Hindus. Rund um das dortige Gelände reihte sich Verkaufsstand an Verkaufsstand. Zahlreiche davon mit Blumen- und anderen Opfergaben für das Heiligtum.
Einer der Höhepunkte der Reise war der Besuch von Pater Sajis Familie. Nach der Möglichkeit zur Teilnahme an einem bunten Gottesdienst mit viel Musik und Gesang, wurden wir am Elternhaus von einer Musikgruppe freudig begrüßt. Vor dem Haus, unter Palmen, Büsche und Pflanzen mit Lichterketten geschmückt, war eine lange Tafel aufgebaut . Neben der Familie war gefühlt das ganze Dorf anwesend. Von allen Seiten wurden wir umsorgt, versorgt und begeistert begrüßt. Es wurde getanzt, gelacht und jede Menge indischer Köstlichkeiten angeboten.
Ein Nachbar berichtete stolz von seiner Tochter, die in Kerala deutsch lernte und nun in Deutschland als Kranken - und Altenpflegerin arbeitet. Mit ihr durften wir sogar ein Videotelefonat führen, so wichtig war es dem Vater.
Krankenpflege in Deutschland schien auch sonst ein erstrebenswertes Ziel für junge Menschen in Indien zu sein. Schon nach dem Gottesdienst sprach uns ein junger Mann darauf an und berichtete von seinen Plänen diesbezüglich.
Nach vielen Gesprächen mit der Familie und den Nachbarn, mit Händen, Füßen und englisch, ging es spät abends ins Hotel zurück. Berührt von der Offenheit, Freundlichkeit und dem Interesse an uns, verabschiedeten wir uns.
Früh morgens dann ging es mit dem Zug von Kannur bis Alleppey, vorbei an Seen, Urwald, sehr noblen Bauten, aber auch halb verfallenen Gebäuden vor denen Mütter mit Kindern Kuhfladen formten zum trocknen und heizen.
Nach der Ankunft bestiegen wir das Hausboot, mit dem wir die labyrinthischen Blackwaters erkundigten. Freundliche Bewohner winkten uns zu, während sie ihre Wäsche im Fluss wuschen, Kokosnüsse ernteten oder beim Fischfang waren. Bei einem kurzen Halt konnten wir die dortigen ausgedehnten Reisfelder aus der Nähe betrachten. Zum Ausklang des Tages gab es außer dem vielfältigen Buffet noch eine schmackhafte Rum-Bowle und mitreißende Tänze einer indischen Tanzgruppe, bevor wir uns von den sanften Wellen des Sees in Schlaf schaukeln ließen.
Zirka 5 Stunden dauerte am nächsten Tag die 180km lange Fahrt nach Munnar, dem früheren Sommersitz der britischen Regierung. Der abenteuerliche Fahrstil der Inder, das permanente Hupen während des Überholvorganges, der Zustand dessen, was „Straße“ genannt wird, und das Miteinander der unterschiedlichsten Fahrzeuge machte jede Fahrt zum Erlebnis: 4-köpfige Familien auf dem Moped, Fahrradfahrer mit 5m langen Stangen, Tuktuks, LKW´s und Kleinwagen übervoll beladen und Busse - alles wuselte fröhlich lächelnd und anscheinend unfallfrei durcheinander. Nebenbei führten die Fahrzeuglenker und - lenkerinnen Videotelefonate, winkten freundlich Bekannten und Unbekannten zu und fuhren in beachtlichem Tempo von Schlagloch zu Schlagloch.
In Munnar angekommen konnten wir den Blick schweifen lassen über kilometerweite Teeplantagen, grüne Hügel und blühende Büsche. Die Sicht von diesem 1600m hoch gelegenen Ort war genial - ob in der sanft roten Abenddämmerung, auf das Lichtermeer bei Nacht oder am Morgen, wenn der Frühnebel sich langsam lichtete.
Jeder Blick wurde untermalt vom kraftvollen Gezwitscher der verschiedenen Vögel.
Ein Besuch im ersten Teemuseum des Landes vermittelte Erkenntnisse über Ernte und Verarbeitung der Teeblätter, ebenso wie zu den Anfängen des Teeanbaus. Der Bummel durch eine ayurvedische Gewürzplantage sorgte teilweise für Erstaunen, wenn die uns bekannten, aber verarbeiteten Gewürze hier im „Original“ an Busch oder Baum gesehen wurden.
Nachmittags durften alle Interessierten noch eine Ayurvedamassage genießen. Ayurveda ist in Indien eine anerkannte Heilmethode, die sogar akademisch gelehrt wird. Bei uns gehört sie eher in den Bereich „Wellness“ und gilt bei vielen als „Pseudowissenschaft“. Ayurveda bedeutet übersetzt „Wissen vom Leben“ und Leben in ayurvedischer Auslegung ist das Zusammenwirken von Körper, Sinne, Verstand und Seele.
Wissenschaft hin oder her - der ganzheitliche Ansatz dieser Heilkunst wirkt sehr vernünftig und spricht an. Und die Massage tat gut.
Bevor ein letzter Hotelwechsel uns nach Cochin führte, durften wir erleben, wie sanft schaukelnd es sich auf einem Elefanten reitet und wie vorsichtig dieser Dickhäuter, der sehr sensibel ist, schreitet. Allerdings hat so ein breiter Rücken auch seine Nachteile, wenn die jugendliche Elastizität der Reiter:innen nachlässt…
In Cochin war Zeit für eine Besichtigung der jüdischen Synagoge und für einen Streifzug durch die einladenden kleinen Läden des jüdischen Viertels.
Anschließend folgte ein Besuch in der St. Francis Church mit ihrer interessanten Geschichte. Vasco da Gama, der in Cochin während seiner 3. Indienreise starb, war ursprünglich hier begraben. Errichtet wurde die Kirche von den Portugiesen. Als dann die Niederländer kamen, zerstörten diese erst mal alle katholischen Kirchen und ließen ihnen nur diese eine. Als die Briten wiederum die Niederländer besiegten, übergaben diese nach wenigen Jahren die Kirche freiwillig an die anglikanische Kirche. So zeigen sich in Cochin und in der Kirche auch die Spuren der verschiedenen Kolonialmächte. Heute wird die Kirche von verschiedenen christlichen Kirchen genutzt und ist Ausdruck einer funktionierenden Ökumene.
Nach einem Blick auf die uralten (aber immer noch effektiven) Fischfangnetze am Ufer des arabischen Meeres, vorbei an den verschiedenen Fischständen, ging es zurück zum Hotel.
Ein letztes Mal noch im Pool unter Palmen den lauen Abend genießen und am fulminanten Buffet die Qual der Wahl erleben.
Danach versuchen, Tücher aus Kaschmir, Paschmir oder Seide, Tee, Kaffee, Gewürze und/ oder Sandelholzwerke, getrocknete Bananenchips oder andere Köstlichkeiten im Koffer zu verstauen.
Nach 11 Stunden Flug und 3 Stunden Zwischenstopp in Dubai kam unsere Gruppe wohlbehalten in Frankfurt an.
Mit im Gepäck eine große Portion Dankbarkeit für das Erlebte, ein Bewusstsein für unser privilegiertes Leben und die Möglichkeit, solche Reisen zu unternehmen.
Wir hatten so viel Wertschätzung und Fürsorge erlebt, dass immer wieder die Frage auftauchte, ob und wie WIR anderen Menschen- fremden Menschen- Wertschätzung zukommen lassen…
Nachdenklich machte auch, wie es den Inderinnen und Indern möglich ist, stets freundlich, unaufgeregt und hilfsbereit zu sein.
Bei einem der regelmäßigen Morgenimpulse war das Thema „Prüft alles und bewahrt das Gute“ - wir hatten viel Gutes erlebt und erfahren. Zumindest der Vorsatz ist da, einiges davon zu bewahren.
Aktion Dreikönigssingen 2025 – Erhebt eure Stimme für Kinderrechte
(CS). „Erhebt eure Stimme für Kinderrechte“ lautete das Motto der diesjährigen Sternsingeraktion. Erstmals seit Ende der Corona-Pandemie waren wieder in allen Gemeindeteilen Sternsingerinnen und Sternsinger unterwegs. Rund 200 Königinnen und Könige beteiligten sich 2025 in unserer Kirchengemeinde an der weltweit größten Hilfsaktion von Kindern für Kinder. Dazu kommen noch zahlreiche Gruppenbegleiterinnen und Begleiter, Kochteams und Verantwortliche vor Ort. Trotz des großen Engagements der Kinder und Jugendlichen war leider der Wunsch nach einem Sternsingerbesuch höher als die Kapazität unserer Gruppen. Daher seien Sie bitte nicht enttäuscht, wenn sie „nur“ einen Segensbrief in ihrem Briefkasten vorfanden. Vielleicht ist der Segensbrief ja auch Motivation genug im nächsten Jahr die Aktion zu unterstützen, als Sternsingerin oder Sternsinger, in einem Küchenteam oder auch schon in der Vorbereitung?
Selbst nach dem eigentlichen Aktionszeitraum in Nürtingen waren noch einige unserer Gruppen im Einsatz. So besuchten am 07.01. einige Königinnen und Könige den Nürtinger Oberbürgermeister und die Verwaltungsspitze im Nürtinger Rathaus. Dabei übergaben Sie auch einen Stuhl mit dem Motospruch: „Ein Platz für Kinderrechte“ an OB Dr. Johannes Fridrich. Dieser versprach, dass der Stuhl einen eigenen Platz im Ratssaal finden wird.
Bis zum Redaktionsschluss belief sich die Spendensumme in unserer Kirchengemeinde auf rund 40.000 Euro, die über das Kindermissionswerk Projekten in über 100 Ländern weltweit zu Gute kommen und mit denen wir auch die Gemeindeprojekte z.B. in El Laurel unterstützen. Wir danken allen, die hinter und vor den Kulissen am Erfolg der Sternsingeraktion beteiligt waren und nicht zuletzt auch allen Spenderinnen und Spendern, die unsere Sternsinger so freundlich an ihren Türen empfangen haben.
„Gemeinsam Weihnachten feiern“ an Heilig Abend 2024
(CS). Am Heiligen Abend fand wieder die gemeinsame Weihnachtsfeier im Gemeindehaus statt. Über 90 Menschen, Alleinstehende, Familien, Ältere und Jüngere waren gekommen um gemeinsam Heilig Abend zu feiern. Das Vorbereitungsteam hatte wieder ein ansprechendes Rahmenprogramm auf die Beine gestellt. So wurden gemeinsam Weihnachtslieder gesungen, bei einem Quiz das Wissen rund um das Fest getestet und auch die biblische Geschichte vom Heiligen Abend vorgetragen. Viele fleißige Hände kochten auch wieder ein leckeres drei Gänge Menü mit einer „Hochzeitssuppe“, Gulasch mit Knödeln, Spätzle und Gemüse sowie zum Nachtisch eine Himbeer-Mascarpone-Creme. Am Ende der Feier konnten sich die Gäste über ein kleines Geschenk freuen, bevor sie den Heimweg antraten oder die Christmette mitfeierten.
Ein großer Dank gilt den fleißigen Helferinnen und Helfern, die beim Programm, in der Küche oder dem Fahrdienst aktiv waren! Das Team freut sich aber für die Zukunft über Verstärkung. Wenn Sie Interesse haben, dann melden Sie sich gerne schon jetzt im Pfarrbüro.
TV-Gottesdienst aus St. Johannes: HEILIG. HIER UND HEUTE - ARD
(ms). Am Allerheiligen-Tag treffen dann die ersten Personen bereits gegen 07:30 Uhr auf dem Gelände von St. Johannes ein. In der Priestersakristei entstehen drei Masken-Plätze, an denen alle Personen, die während der Übertragung im Bild zu sehen sein werden, bzw. können, fernsehtauglich geschminkt werden: die Ministranten, die Musiker, die Chöre und Solist:innen, sowie die Liturg:innen. Nach dem erneuten Verkabeln und im fertigen Outfit wird gegebenenfalls nochmals nachgepudert und um 09:45 Uhr gibt Thomas Steiger in der Kirche eine kurze Einführung, was auf die Gottesdienst-Besucher:innen während der Übertragung zukommt. Vor und nach dem Gottesdienst läuft in der ARD die Tagesschau, und dazwischen hat der Gottesdienst 60 Minuten Sendezeit.
Um 10:00 Uhr geht dann der Gottesdienst auf Sendung. Die Glocken werden eingespielt und Thomas Steiger spricht eine Einleitung zum Thema des Gottesdienstes und der künstlerischen Ausstattung der Kirche aus dem Off, während Kantor Andreas Kaiser sekundengenau live auf der Orgel dazu improvisiert. Das Rotlicht der Kameras spring an und die Ministranten beginnen den großen Einzug zu feierlichen Orgelklängen. Ungewohnt für unsere Messdiener:innen ist dabei, dass die Steadycam – eine Kamera, die vom Kameramann getragen wird und sich dadurch scheinbar mühelos durch den Raum bewegt – direkt vor ihnen hergeht und sie in die ARD überträgt. Der Gottesdienst nimmt seinen Lauf und die Sende-Verantwortlichen im Hintergrund sind sichtlich zufrieden. Während drei kurze Einspielfilme über den Sender gehen und in der Kirche über Monitore zu sehen sind, gehen die Maskenbildnerinnen nochmals kurz durch den Altarraum, um gegebenenfalls die Akteur:innen nachzupudern, bevor dann die Bilder wieder direkt aus St. Johannes kommen. Am Ende ist der Gottesdienst doch tatsächlich zwei Minuten zu kurz, was dem Aufnahmeleiter eine Rüge der ARD einbringt. Jedoch meinte er, der Gottesdienst wäre so schön gewesen, da ärgere er sich jetzt nicht darüber. Die ARD überbrückt die „Pause“ durch Trailer für kommende Sendungen und nach dem Schlusston des Orgelnachspiels ertönt lang anhaltender Applaus.
Das Sekretariatsteam des Pfarramts geht zügig in die Büros, denn im Anschluss an den Gottesdienst haben die Zuschauer:innen die Gelegenheit, direkt mit einigen Seelsorger:innen zu sprechen. Das Sekretariat gibt die Telefonzentrale, nimmt die Anrufe entgegen und stellt sie – so die Leitungen frei sind – an die im ersten Stock des Verwaltungsgebäudes wartenden Seelsorger:innen durch. Einige Anrufe werden auch direkt im Sekretariat beantwortet. Insgesamt erreichen das Pfarramt in den eineinhalb Stunden nach der Übertragung rund 150 Anrufe, von denen über 60 Gespräche direkt geführt werden konnten. Die weitausüberwiegende Mehrzahl der Anrufer:innen waren von Inhalt und Form des Gottesdienstes begeistert und wollten sich für die schöne Übertragung bedanken. Einige jedoch äußerten sich auch erbost darüber, dass an einem Hochfest wie Allerheiligen keine Messe übertragen wurde. Und eine beachtliche Zahl der Zuschauer:innen interessierten sich sowohl für die Texte des Gottesdienstes, als auch für Bildmaterial der Kirche. Auch in der Woche nach dem Gottesdienst erreichten das Pfarramt noch einige Anrufe und viele Mails und Briefe mit Rückmeldungen und Anfragen, die in den anschließenden Tagen abgearbeitet wurden.
Während des Telefon-Marathons im Pfarramt begann das SWR-Team bereits mit dem Rückbau der Technik und – es ist kaum zu glauben: rund drei Stunden nach Ende der Übertragung war in St. Johannes nichts mehr von dem enormen Aufwand der vergangenen Tage zu sehen. Und so endete eine aufregende Woche mit spannenden Einblicken und vielen schönen Begegnungen in St. Johannes.
TV-Gottesdienst aus St. Johannes: was für ein Aufwand
(ms). Drei Tage vor Allerheiligen erreichten die ersten kleineren LKWs St. Johannes. Eine vom SWR beauftragte Firma war damit beschäftigt, Traversen im Kirchenraum aufzubauen, an denen später die Scheinwerfer für den Gottesdienst befestigt wurden. Im Zeitalter von HD-Übertragungen ist es wichtig, jeden Winkel der Kirche perfekt auszuleuchten, damit beim Zuschauer das Ergebnis stimmt. Auch wurden in Teilen der Kirche Bodenplatten verlegt, damit bei Kamerafahrten ein wackelfreies Bild entstehen kann und die Kameras nicht über die Fugen unseres Klinkerbodens „stolpern“.
Am Tag danach – zwei Tage vor der Übertragung – wurde der Kirchplatz mit dem Ü-Wagen und dem dazugehörigen Rüstwagen belegt. Weitere Transporter brachten eine für Laien unüberschaubare Zahl an Kisten mit allerhand technischen Versatzstücken, die kreuz und quer in der Kirche abgestellt wurden. Durch das routinierte Arbeiten des 40-köpigen SWR-Teams wurde innerhalb kürzester Zeit das scheinbare Chaos belichtet: Die Scheinwerfer waren an Ort und Stelle, die Kameras standen auf ihren Positionen rechts und links der Chorstufe, die Hauptkamera stand hinten im Mittelgang und hinter der letzten Bankreihe entstand eine Kommandozentrale für Licht- und Tontechnik.
Das eigentliche Herzstück der Technik jedoch befindet sich im Übertragungswagen auf dem Kirchplatz. Hier finden sich Arbeitsplätze für die Tonregie, die Bildregie und für die Einblendungen. Hier hat – neben den Techniker:innen und der zuständigen Redakteurin – der Regisseur seinen Arbeitsplatz und dirigiert alle Beteiligten der Übertragung, so dass in den Wohnzimmern ein schöner Gottesdienst zu empfangen ist. Im Laufe der Tage war es dank der freundlichen SWR-Mitarbeiter:innen immer wieder möglich, einen Blick hinter die Kulissen und auf die vielen leuchtenden und blinkenden Regler, Monitore und Bühnenfunk-Micros zu werfen.
An Mittwochabend dann ein erster Durchlauf, die sogenannte Kaltprobe ohne Kameras. Zwei Stunden sind hierfür veranschlagt und es gilt – mehr Besprechung, als Durchlauf – den Gottesdienst Stück für Stück durchzugehen, Kamerapositionen festzulegen, und mit dem Regisseur den Ablauf durchzugehen. Mit von der Partie sind die Personen, die beim Gottesdienst dann vorne im Altarraum stehen werden: die Lektoren, Gottesdienstleiter:innen und die Ministranten. Auch unser Kantor Andreas Kaiser ist dabei und spielt alle Musikstücke zumindest einmal kurz an, um einen Eindruck der Musikauswahl zu vermitteln und erste Abmischungen zu ermöglichen.
Die Kirchengemeinde St. Johannes erweist sich als guter Gastgeber für den SWR und bietet den Mitarbeiter:innen neben Kaffee und Getränken im Gemeindehaus auch jeweils ein einfaches Mittagessen, sowie Kuchen und Brezeln für zwischendurch. Das hatte das Team nicht erwartet, müssen sie sich doch normalerweise selbst verpflegen und jede:r besorgt sich in der Mittagspause einen Snack bei Geschäften in der Umgebung des Produktionsstandortes. Das SWR-Team genoss es sichtlich, im Gemeindesaal einen Aufenthaltsraum zu haben und gemeinsam mit den Kolleg:innen etwas essen zu können. Ein gutes Miteinander und dankbare TV-Mitarbeiter:innen zeigen uns, dass die Entscheidung richtig war und für ein gutes Betriebsklima sorgte.
Der Donnerstag, der Tag vor Allerheiligen, steht dann ganz im Zeichen der Proben. Nach einer ersten Regiebesprechung läuft die Hauptprobe mit möglichst vielen Beteiligten außer den Musikern und Chören: deren Proben sind für den Nachmittag separat anberaumt, da ja die Tontechnik besonders gefordert ist und für den richtigen Sound sorgen muss. Bei der Hauptprobe sind auch bereits die Kameras im Einsatz, sodass die geplanten Bildausschnitte ebenfalls schon mal ausprobiert werden können. Um 12:00 Uhr am Donnerstag läutet in St. Johannes nicht nur wie üblich die Angelusglocke zum Gebet. Der SWR zeichnet ein Vollgeläut aller fünf Glocken auf, wie sie die Gläubigen normalerweise zum Gottesdienst rufen. Die Glocken werden dann bei der Übertragung von der Aufnahme eingespielt und ermöglichen so ein rasches Ausblenden, damit der Gottesdienst in seinem zeitlichen Korsett bleibt. Am Abend dann die Generalprobe. Hier läuft alles so, als wäre es die Übertragung selbst. Ab 17:00 Uhr werden die Akteur:innen mit Mikrophonen verkabelt, die liturgischen Gewänder werden angezogen und es laufen alle Einspielfilme, Texte und Musikstücke in originaler Länge und Reihenfolge. Nach einer Stunde und drei Minuten ist die Generalprobe vorbei, und um die drei Minuten Überlänge zu kürzen wird in der anschließenden Besprechung sozusagen um jeden Halbsatz der Texte verhandelt.
TV-Gottesdienst aus St. Johannes: die Vorgeschichte
(ms). Ein Gottesdienst aus der Nürtinger St.-Johannes-Kirche in der ARD, das passiert nicht alle Tage. Vor mehr als dreißig Jahren war es schon einmal der Fall, dass St. Johannes im Licht der Scheinwerfer strahlte, aber dass unser Gottesdienst zu Allerheiligen 2024 ein ganz besonderer wurde, ergab sich eher zufällig.
Im Sommer vergangenen Jahres wurde unser damaliger Dekan Paul Magino in den Ruhestand verabschiedet. Am Rande der offiziellen Feier in den Räumen des Dekanats in Esslingen kam der Rundfunkpfarrer Thomas Steiger, der seine Vikarsjahre in St. Johannes verbracht hatte, mit Pastoralreferent Christian Slunitschek ins Gespräch. Dabei ergab es sich, dass beide der Meinung waren, eine Übertragung aus der Nürtinger Pfarrkirche wäre doch mal wieder an der Reihe. Im Herbst erreichte das Pfarramt dann eine offizielle Anfrage und so nahmen die Dinge – über ein Jahr vor dem Sendetermin – ihren Lauf.
Die technischen Vorbesprechungen liefen im Juni 2024: Aufnahmeleitung und Technik besprachen sich vor Ort mit unserem Mesner Roland Hensel und prüften, ob und wie die technischen Voraussetzungen rund um Kirche und Gemeindehaus geschaffen werden können. Schließlich müssen Übertragungswagen, Lichttechnik und vieles mehr mit ausreichend Strom versorgt werden, die Kirche muss für Planungen der Beleuchtung und Beschallung vermessen werden und nicht zuletzt braucht es ausreichende Parkmöglichkeiten für den Fuhrpark des SWR auf dem Gelände der Kirchengemeinde. Je näher der Termin rückte, desto detailliertere Informationen erreichten die Kirchengemeinde: Ein rund 40-seitiges Drehbuch mit den Texten, Positionen und Regieanweisungen beschrieb den geplanten Ablauf des Gottesdienstes, in den 13 Seiten der Gesamtdisposition wurde zusammengefasst, welche Mitarbeiter mit welchem Material an welchem Termin St. Johannes erreichen werden.
Parallel dazu lief die inhaltliche Vorbereitung des Gottesdienstes. Zum ersten Mal in der Geschichte der Fernsehgottesdienste übertrug die ARD keine Messe, sondern eine Wort-Gottes-Feier bundesweit. Eine Tatsache, die zwar die Realität in vielen Kirchengemeinden widerspiegelt, jedoch auch ein gewisses Konfliktpotenzial bei den Zuschauer:innen abrufen könnte. Die Liedhefte wurden erstellt und in Druck gegeben, die Chöre und Solist:innen probten ihre Beiträge und schließlich war die entscheidende Woche gekommen.
Erinnern in Würde und Achtung: Jeder Mensch trägt einen Namen.
Am 04.04. hat sich der Arbeitskreis Bestattungskultur in Nürtingen gegründet, bestehend aus: Anne Schaude (Krankenschwester i.R., Mitbegründerin AG Hospiz, Gedenkinitiative Nürtinger NS-Opfer), Agnes Toczek (evangelische Pfarrerin i.R., früher Altenpflegeheimseelsorgerin im Dr.-Vöhringer-Heim) und Peter Seidl (katholischer Diakon i.R., Notfallseelsorger i.R.). Das Anliegen des Arbeitskreises ist es, für Verstorbene ohne bestattungspflichtige Angehörige, eine öffentliche Erinnerungsfeier auf dem Waldfriedhof zu gestalten. Deren Namen sollen laut zur Sprache kommen, an sie soll erinnert und ihr Leben in einer wertschätzenden Feier und in einem festlichen Rahmen mit Musik, Kerzen und Blumen gewürdigt werden.
Eine erste, würdevolle Erinnerungsfeier gab es am Freitag, den 20.09. um 11:00 Uhr auf dem Waldfriedhof Nürtingen. Die Mitglieder des Arbeitskreises gestalteten die Liturgie. Musikalisch unterstützt wurden sie von Irmtraud Fuchs (Orgel) und Tabea Junker (Bratsche). Zu Ehren der sechs in diesem Jahr Verstorbenen, hatten sich 23 Gäste eingefunden.
Oberbürgermeister Dr. Johannes Fridrich und Birgit Blessing vom Friedhofsamt verlasen die Namen der verstorbenen Bürger unserer Stadt. Für jeden stand eine Rose auf dem Altar und dazu eine Kerze. Weitere Kerzen wurden entzündet für Angehörige und Freunde der Mitfeiernden. Sie hatten deren Namen vor Beginn der Feier auf Zettel geschrieben.
Die vielen positiven Rückmeldungen der teilnehmenden Besucher ermutigten die Mitglieder des Arbeitskreises Bestattungskultur, für das nächste Jahr wieder eine Erinnerungsfeier zu gestalten. Der Termin steht bereits fest: Freitag, 19.09., um 11:00 Uhr.
Peter Seidl
Gemeindeentwicklung als Leuchturmprojekt
Pastoralvisitation fand am 18.09. in St. Johannes Nürtingen statt
(CS). Alle fünf Jahre findet in den katholischen Kirchengemeinden der Diözese Rottenburg-Stuttgart die Pfarramtsvisitation statt. Visitation kommt aus dem Lateinischen und bedeutet soviel wie Besuch. So besuchte ein Besuchsteam um Dekan Volker Weber und Diözesanratssprecher Dr. Johannes Warmbrunn am 18. September auch die Kirchengemeinde St. Johannes Evangelist in Nürtingen.
Bei dem rund zweistündigen Austausch stellten die Verantwortlichen der Kirchengemeinde den Entwicklungsprozess der Postcoronazeit dar. Dabei waren die drei Themenbereiche: Entwicklung eines Pastoralkonzepts, das Etablieren einer neuen Leitungsstruktur sowie das Erstellen eines zukunftsfähigen Immobilienkonzepts, maßgeblich. Mit diesen Schritten will sich die Gemeinde für die Herausforderungen der Zukunft wappnen. Positiv wurden die zahlreichen Aufbrüche der vergangenen drei Jahre dargestellt. Neben dem sehr gut etablierten Café Malte, waren die Gründung des KDFB-Zweigvereins, neu formierte Jugendgruppen, die neu entstandene Jugendband oder die Verdopplung der Sängerinnen und Sänger im Kirchenchor nur einige wenige Beispiele. Besonders stellten die Akteure der Kirchengemeinde auch die gute Vernetzung in Ökumene, Zivilgesellschaft und Politik dar.
Von Seiten des Besuchsteams gab es interessierte Nachfragen zu den angestoßenen Prozessen und viel Lob für das vielseitige ehren- und hauptamtliche Engagement. Die gewählte Vorsitzende des Dekanatsrates Esther Lang hob das entstandene Gemeinschaftsgefühl und den positiven Spirit der Verantwortlichen hervor: „Sie haben heute Abend immer von wir gesprochen und dabei nicht ein mal von `Kirchenkriese´.“ Ähnlich sah es auch der Sprecher des Diözesanrates Dr. Johannes Warmbrunn: „Sie in Nürtingen, haben ein Leuchtturmprojekt für eine Kirche der Zukunft“. Dekan Volker Weber versprach den Anwesenden auch weiterhin die Unterstützung des Dekanats bei den anstehenden Entwicklungen.
Am Ende des Abends waren sich die Teilnehmenden einig, dass Kirche auch anders kann und dass es sich lohnt über die positiven Entwicklungen zu sprechen, besonders wenn man sieht wie viel Herzblut und Energie dann in einer Kirchengemeinde auch heute noch freigesetzt werden können.
„Mobil ohne Auto“ im Tiefenbachtal
(CS). Am 15.09. konnten Fußgänger, Radfahrer und Skater das autofreie Tiefenbachtal wieder mit allen Sinnen genießen. Traditionell startete der Aktionstag „Mobil ohne Auto“ (MoA) mit einem ökumenischen Gottesdienst auf dem Grundstück von Gartenbau Hiller. Bei nicht ganz so heißen Temperaturen aber Sonnenschein waren schnell alle aufgestellten Bänke besetzt. Der Gottesdienst stellte Psalm 1 in den Mittelpunkt und dachte passend zum Aktionstag über den Erhalt unserer Schöpfung nach.
Im Anschluss an den Gottesdienst fand eine Podiumsdiskussion rund um das Thema Ernährung und verschiedene regionale Möglichkeiten statt. Dabei zeigte sich, dass wir in und um Nürtingen viele Möglichkeiten haben, Lebensmittel aus erster Hand und regionaler Produktion zu erwerben oder auch auf viel Verpackungsmüll zu verzichten. Um 13:00 Uhr wurden dann noch die Sieger des diesjährigen Stadtradelns durch Oberbürgermeister Dr. Johannes Fridrich und den Radbeauftragen der Stadt Nürtingen, Herrn Stephan Maul geehrt.
Auch unsere Jugendgruppen waren wieder tatkräftig bei MoA aktiv. So konnten sich die Besucher bei der DPSG mit Krautschupfnudeln oder Stockbrot stärken oder bei den Ministranten und der KjG Rote und Maultaschenburger vom Grill essen. Abgerundet wurde das kirchliche Engagement bei „Mobil ohne Auto“ durch den Stand der Malteser Nürtingen die über Ihre Arbeit informierten.
Ein Miteinander, das trägt
Stadtranderholung PANTI feiert 60jähriges Bestehen
Großbettlingen (ms). Es ist der erste Samstag in den Sommerferien, gegen 14:00 Uhr. Im katholischen Gemeindehaus PANTI auf dem Großbettlinger Geigersbühl herrscht reges Treiben. Viele junge Menschen in kaffee-braunen T-Shirts stehen im Halbkreis vor dem Haupteingang und lauschen den letzten Ansagen des Leitungsteams. Dann begeben sich alle zu einem Gruppenbild, bevor die letzten Vorbereitungen zur Jubiläumsfeier erledigt werden. Kurz vor 14:30 Uhr kommen die ersten Gäste auf das Gelände. Beim Sektempfang auf dem Durchgang zur Kirche gibt es erfreute Gesichter: PANTI-Teilnehmer:innen und Leiter:innen der vergangenen sechs Jahrzehnte treffen sich wieder am Ort des Geschehens – da gibt es eine Menge zu erzählen.
Kurz vor 15:00 Uhr läuten die Glocken der Kirche zum Gottesdienst, mit dem das Jubiläumsfest seinen Lauf nimmt. Eine stattliche Anzahl von PANTI-Leiter:innen zieht gemeinsam mit Jugendreferentin Manuela Mühlhause und Pastoralreferent Christian Slunitschek in die Kirche ein, während die Jugendband das erste Lied zu Gehör bringt. Am Eingang hatten alle ein kleines Stück Wolle bekommen und gemeinsam wurde daraus ein buntes Beziehungsnetz quer durch die Kirche geknüpft. Dieses Netz stand symbolisch für die vielen Beziehungen, Bekanntschaften und Verbindungen, die durch das PANTI in der Zeit seines Bestehens entstanden sind und teilweise Jahrzehnte überdauerten.
Der nächste Akt des Jubiläums findet dann im liebevoll dekorierten Saal statt. Das Ambiente stimmt schon auf das diesjährige Motto „Dschungel“ ein: überall spickeln Tiere hervor, grüne Blätter hängen von der Decke und gespannt lauschen die Besucher:innen den Programmpunkten. Dr. Ulrich Maulhardt, gewählter Vorsitzender des Kirchengemeinderates (KGR) von St. Johannes Nürtingen, spricht als Vertreter des Trägers der Stadtranderholung. Und er versucht gleich mehrere Wege, sich dem Phänomen PANTI anzunähern: geschichtlich, per Wikipedia und mittels statistischen Werten: seit der Gründung im Jahr 1964 hatten sage und schreibe 2.400 Mitarbeiter:innen und rund 12:000 Teilnehmer:innen mit dem PANTI zu tun.
Doch viel wichtiger als die Statistik ist das PANTI als Ort, an dem sich Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene ausprobieren können, Erfahrungen sammeln, soziales Miteinander einüben und Erlebnisse für die „Erinnerungskiste“ schaffen – und das alles nicht trocken aus dem Lehrbuch, sondern mit jeder Menge Spiel und Spaß. Er zitiert auch Erinnerungen seiner KGR-Kolleg:innen, denen zufolge PANTI-Zeit auch eine glückliche Eltern-Zeit sei: die Kinder wären gut aufgehoben, zufrieden und abends hundemüde. Auch erinnert er an frühere Anmeldetage, bei denen die Eltern stundenlang anstehen mussten und sich die Zeit unter anderem mit Grillen vertrieben hatten. Inzwischen liefe die Anmeldung online – auch das PANTI geht – bei aller Tradition – auch mit der Zeit.
Der Großbettlinger Bürgermeister Christopher Ott bedankte sich in seinem Grußwort bei allen, die sich immer wieder ehrenamtlich für das Ferienlager PANTI engagieren und ihre Freizeit, viel Energie und ihre Talente beibringen.
Annette Bürkner, Bürgermeisterin der Stadt Nürtingen, schloss sich ihren Vorrednern an. Darüber hinaus bewunderte sie die Räumlichkeiten und die tolle Stadtrandlage, die eine so erfolgreiche Stadtranderholung ermöglichen. Und nicht zuletzt bemerkte sie, dass auch ein zuverlässiger Träger – hier die katholische Kirchengemeinde St. Johannes Nürtingen – im Verbund mit weiteren Partnern die Grundlage für den langjährigen Erfolg eines Projektes wie das PANTI bilden.
Spontan wurden noch zwei Vertreterinnen des FeLa-Leitungsteams für einen kurzen Gruß auf die Bühne gerufen. Das evangelische Ferienlager (FeLa) findet zeitgleich mit dem PANTI auf dem Gelände der Nürtinger Versöhnungskirche statt und zwischen den beiden Stadtranderholungen gibt es traditionell eine „kollegiale Rivalität“, denn unterm Strich betrachtet beackern beide Veranstaltungen dasselbe Terrain.
Zwischen den Grußworten gab es von den aktuellen Leiter:innen immer wieder PANTI-Lied-Klasssiker, wie das PANTI-Lied, Rosarote Ringelsöckchen, Laurentia oder den legendären FliFla, was von den Besucher:innen begeistert aufgenommen wurde. In „Abschnitten von Jahrzehnten“ wurden dann die ehemaligen und aktuellen Mitarbeiter:innen des PANTI auf die Bühne geholt. Die Zeitspanne, aus der Leiter:innen im Saal waren, reichte bis ins Jahr 1974 zurück! Auch hierbei zeigte sich, was die ganze Jubiläumsfeier wie ein unsichtbarer roter Faden durchzog: Das PANTI schafft ein Miteinander, das trägt; es stiftet Verbindungen und Freundschaften, die lange halten.
Nach dem Bühnenprogramm warteten verschiedene Stationen auf dem Gelände auf die Gäste: Die Grills und die Fritteuse wurden fürs Essen angeworfen, es konnten Taschen gebatikt, Handabdrücke auf Leinwänden verewigt und im Saal Bilder aus den vergangenen Jahrzehnten angeschaut werden. Auch lud eine Fotowand mit einer goldenen 60 und vielen Luftballons dazu ein, Schnappschüsse fürs Fotoalbum zu machen. Der guten Stimmung konnten auch die immer wieder aufziehenden Regenschauer nichts anhaben und so endete ein rundum gelungenes Jubiläumsfest im Laufe des Abends.
Für die aktuellen Leiter:innen in den kaffee-braunen T-Shirts hieß es dann übrigens noch: auf- und umräumen, denn am Sonntag galt es, die letzten Vorbereitungen für das PANTI 2024 zu treffen: Am Montag gegen 09:00 Uhr erreicht dann der erste Bus das PANTI und rund 150 Kinder freuen sich auf einen coolen und abwechslungsreichen Start in die Ferien.
Gemeindeversammlung am 18.07. in St. Johannes:
Ein Highlight im Kirchenleben
Am 18.07. fand die Gemeindeversammlung statt, in der der Kirchengemeinderat (KGR) die Gemeindemitglieder zu seinen Überlegungen und Richtungsentscheidungen im Zuge der Gemeindeentwicklung informierte und um Rückmeldung bat. Knapp 100 Menschen aus allen Teilorten unserer Kirchengemeinde hörten die Ausführungen zu den Hauptthemenbereichen. In zwei Kleingruppen wurden die Beiträge vertieft besprochen und Gelegenheit zur Rückmeldung, Ergänzung und Korrektur gegeben. Moderiert wurde der dreistündige Abend von Ludger Bradenbrink, der den Kirchengemeinderat auf dem mehrjährigen Weg der Gemeindeentwicklung intensiv begleitete. Der KGR freute sich sehr über die Resonanz der Besucher, die voll Anerkennung für die geleistete Arbeit war. Viele Vorschläge und Richtungsentscheidungen konnten unterstützt werden, manches wurde kritisch angemerkt und dem KGR zur weiteren Bearbeitung mitgegeben.
Wichtigstes Fazit des KGR war nach einer ersten Auswertung der Gemeindeversammlung, dass seine Überlegungen und Planungen, wie den aktuellen Herausforderungen in der Kirche und unserer Gemeinde begegnet werden kann, von den Teilnehmer:innen der Gemeindeversammlung weitgehend geteilt werden. Wir sind auf einem guten Weg, dessen Wegmarkierungen jetzt kurz skizziert seien.
Pastorale Entwicklungen
Es ist notwendig, die ehrenamtlich Tätigen in unserer Gemeinde gut zu unterstützen und ihren Einfluss auf Leben und Organisation des Gemeindelebens zu stärken. Haupt- und Ehrenamt können sich ergänzen und wechselseitig unterstützen. Ersten Ausdruck soll dies in einer veränderten Gottesdienstordnung finden, die die Begegnungsmöglichkeiten und den spirituellen Wert der Gottesdienstfeiern stärken soll. Gemeinsame Gottesdienste in St. Johannes sollen an monatlich zwei Sonntagen statt wie bisher einem gefeiert werden und verstärkt themenorientiert sein. An den beiden anderen Sonntagen soll ein breites Angebot an Gottesdiensten auch in den Teilorten erhalten bleiben. Bündelung und Vielfalt der Angebote sind unsere Stichworte. Die neue Gottesdienstordnung ist auf der Homepage einsehbar und wird zum neuen Kirchenjahr eingeführt.
Partizipative Gemeindeleitung
In der Folge der langen Vakanz der Stelle eines leitenden Pfarrers entwickelte der KGR als Leitungsteam der Gemeinde ein neues Modell partizipativer Gemeindeleitung. Es setzt das gemeinsame Tun und Entscheiden auf Haupt- und Ehrenamtsebene strukturell und inhaltlich um und trägt der Notwendigkeit einer breiteren Verteilung von Verantwortung Rechnung. Wir müssen uns als Christen bewusst werden, dass wir miteinander Verantwortung tragen, wenn immer weniger hauptamtliche MitarbeiterInnen – ob Laien oder Kleriker – zur Verfügung stehen. Das ist Herausforderung und Chance.
Zukunft der Immobilien
Es ist dem KGR ein Anliegen, in Zusammenarbeit mit den Ortsauschüssen in den Teilorten ein pastoral begründetes Raumnutzungskonzept für die zahlreichen Immobilien unserer Kirchengemeinde zu erarbeiten und umzusetzen. Bedarfsorientierte und ökologische Nachhaltigkeit sind uns wichtig. Über anstehende Veränderungen in den Teilorten wurde informiert. Über den Behalt einzelner Immobilien, ihre Umwidmung oder auch ihren Verkauf ist zu entscheiden. Es wurde in den Gesprächen deutlich, wie herausfordernd Veränderungen im Immobilienbereich sind. An Kirchenräumen und Gemeindehäusern hängen Erinnerungen, sie sind oft tief verbunden mit kirchlicher und auch persönlicher Identität. Über die Entwicklung an den einzelnen Orten wird die Gemeinde in den nächsten Monaten auf dem Laufenden gehalten (siehe auch in diesem Gemeindeblatt).
Zu guter Letzt berichtete eine Untergruppe des KGR noch über das „Projekt Gemeindeforum“. Dort sollen relevante Themen wie Frieden, Spiritualität oder Einsamkeit in der Kirchengemeinde erfragt und dann in verschiedenster Weise besprochen, bearbeitet und in Aktionen umgesetzt werden. Starten will die Gruppe mit dem Thema Spiritualität. Dieses Thema nimmt einen wichtigen Impuls der Gemeindeversammlung auf. Dort hieß es immer wieder: Vergesst nicht bei aller notwendigen Strukturveränderung die Seelsorge, das Mühen um das Wohl und Wehe von Leib und Seele der Gemeinde und jedes Einzelnen.
Die Gemeindeversammlung war wieder einmal ein Highlight unseres Gemeindelebens: Ideen wurden ausgetauscht, Anregungen gegeben. Es machte Freude, sich auszutauschen und weiter zu denken. Wir schaffen es nur gemeinsam. WIR – das sind die gewählten Mitglieder des KGR, es sind die Hauptamtlichen und es sind die vielen, die in unserer Kirchengemeinde an so vielen Stellen – Café Malte, Rosenkranzandachten, PANTI, Jugendarbeit, Wortgottesdienstleitung... tätig sind. Und es sind die, die vielleicht durch Information und Ansprache motiviert sind, sich zukünftig mit zu engagieren. Herzlich Einladung dazu! Sprechen Sie andere an, fragen sie nach Möglichkeiten der Beteiligung. Wir möchten ihnen mit offenen Armen begegnen.
Alexander Wessel
Gute Nachrichten: Zehn neue Minis aufgenommen!
(ms). Im gemeinsamen Gottesdienst aller Gemeindeteile am 07. Juli 2024 standen einmal die im Mittelpunkt, die normalerweise ihren Dienst eher unauffällig und geräuschlos leisten: unsere Ministrantinnen und Ministranten. Vor der Messe wurden die Gottesdienstbesucher:innen aufgerufen, mittels Smartphone zu verraten, was für sie eine gute Nachricht wäre. Frieden, gute Gespräche und Begegnungen oder Gesundheit waren einige der Antworten, die mittels Beamer auf eine Leinwand projiziert wurden. Für unsere Kirchengemeinde ist es ganz sicher eine gute Nachricht, dass im Rahmen des Gottesdienstes zehn neue Ministrant:innen ihren Dienst am Altar beginnen konnten. Insgesamt stieg damit die Zahl der aktiven Minis in unserer Kirchengemeinde auf über 60.
Der Gottesdienst wurde von unseren Minis für unsere Minis und die ganze Gemeinde vorbereitet und viele der Gebete, Lesungen oder auch ein Predigtanspiel wurden von ihnen vorgetragen. Für manche ein eher ungewohntes Terrain, üben sie ihren Dienst sonst doch zumeist ohne „Sprechrollen“ aus. Als Evangelium wurde die Speisung der 5.000 vorgetragen. Auch hier gibt es eine Verbindung zu den Minis, denn inzwischen sehen einige Theologen in dem Jungen, der seine fünf Brote und zwei Fische mit allen teilt, den ersten Ministranten der Geschichte. Auch unsere Messdiener:innen teilen vieles mit der Gemeinde: Sie setzen ihre Zeit ein, um den Minidienst zu übernehmen, und – mit steigenden Dienstjahren – wachsen sie in die Organisation im Hintergrund hinein, bei denen ihre ganz eigenen Talente gefragt sind.
Im Rahmen des Gottesdienstes wurden auch langjährige Ministrant:innen für ihre Treue geehrt. So gab es drei Jubilare, die bereits fünf Jahre dabei sind, und zwei können sogar auf zehn Jahre am Altar zurückblicken.
Musikalisch wurde der Gottesdienst von der neuen Jugend-Band der Gemeinde gestaltet. Vor rund sechs Wochen hatten die Proben unter der Leitung von unserem Kirchenmusiker Andreas Kaiser begonnen und über die Zeit änderte sich die Besetzung immer wieder, so dass der erste Auftritt in mehrerlei Hinsicht ein Experiment wurde: einerseits galt es, mit der vorhandenen Technik zurecht zu kommen, andererseits wurden moderne, für die Gemeinde eher unbekanntere Lieder herausgesucht und vorgetragen. Alles in allem feierten wir einen runden, harmonischen Gottesdienst, bei dem es eine Menge guter Nachrichten zu vermelden gab.
Herzlichen Dank an alle, die den Gottesdienst vorbereitet und gefeiert haben; Glückwunsch an die Jubilar:innen und herzlich willkommen an die neu aufgenommen Minis!
Firmung in St. Johannes
(CS). Am 29.06. feierten wir gemeinsam mit Weihbischof Thomas Maria Renz in St. Johannes Firmung. Nach einer circa sieben-monatigen Vorbereitung mit Gruppenstunden und verschiedenen Projekten, wie der Mithilfe bei der Vesperkirche oder beim Gemeindefest konnten insgesamt 31 Jugendliche das Sakrament der Firmung empfangen. Wir bedanken uns sehr herzlich beim Team der ehrenamtlichen Firmleiterinnen und Firmleiter, die in bewährter Weise die Firmlinge begleitet haben. Ein großer Dank gilt auch allen, die den Gottesdienst mit vorbereitet und durchgeführt haben. Wir danken dem jungen Chor unter der Leitung von Petra Blaich und Kantor Andreas Kaiser für die musikalische Gestaltung der Firmgottesdienste, unserem Mesner Roland Hensel, der die vielen kleinen Aufgaben im Hintergrund übernommen hat, sowie FSJlerin und Sekretariat für die Übernahme zahlreicher organisatorischer Aufgaben im Hintergrund. Ganz herzlich gratulieren wir unseren Firmlingen zum Empfang des Sakraments: Adrian, Ben, Charlotte, Davide, Diego, Elina, Helena, Henry, Jannik, Jonathan, Julia, Lea, Leon, Levin, Lia-Sue, Lilli, Lucia, Manuel, Mateo, Maximilian, Maximilian, Nicholas-Raoul, Nils, Samira, Sara, Tim, Timo, Tobias, Vanessa und Victoria.
Nürtinger Maientag 2024
(ms). Rund zehn Tage nach dem Fronleichnamsfest stand Nürtingen gleich der nächste Anlass zum Feiern ins Haus: Der Nürtinger Maientag, das große Nürtinger Schul- und Heimatfest lud in der Zeit vom 07.-10. Juni ein, ein paar unbeschwerte Stunden auf dem Rummel zu verbringen oder den bunten Festzug am Samstag zu verfolgen. Dabei schaut der Maientag als Fest der Schulen auf eine über 400jährige Tradition zurück: Erstmals 1602 urkundlich erwähnt, entwickelte sich der „Nürtinger Nationalfeiertag“ zu einer guten Gelegenheit, Freunde auch aus vergangenen Tagen wiederzutreffen und Kontakte aufzufrischen. Dabei kommt der Name des Festes übrigens nicht direkt vom Monat „Mai“, sondern leitet sich vielmehr von den im Frühling / Frühsommer wieder stattfindenden Schulausflügen „in die Maien“, also in die wieder austreibende Natur, ab.
Beim Festzug am Vormittag des Samstags war auch unsere Kirchengemeinde mit von der Partie. Während Pastoralreferent Christian Slunitschek und Pfarrvikar Pater Saji kurz hinter der Zugspitze im Bereich der Honoratioren freundlich winkend durch die Stadt flanierten, reihte sich das aktuelle PANTI-Team in die bunte Mischung der nachfolgenden Gruppen ein und verteilte großzügig PANTI-Burger und PANTI-Tee an die Zuschauer:innen. Schließlich feiert die Stadtranderholung der katholischen Kirchengemeinde St. Johannes Nürtingen in diesem Jahr sein 60jähriges Jubiläum. Den Abschluss des Festzugs bildeten übrigens traditionell wieder einige historische Feuerwehrfahrzeuge, von denen eines das Publikum – und am Ende der Zugstrecke auch die Ehrentribüne – mit einer kleinen Abkühlung versorgte.
Der Maientagssonntag begann dann auf dem Festplatz mit einem ökumenischen Gottesdienst, den die Mitgliedskirchen des Nürtinger Arbeitskreises Christlicher Kirchen (ACK) gestalteten und der vom Posaunenchor musikalisch begleitet wurde.
Im kommenden Jahr wird der Maientag dann vom 16.-19. Mai 2025 gefeiert.
Ein fröhliches Fest für die ganze Seelsorgeeinheit
Alle Gemeinden feierten gemeinsam Fronleichnam – und das Wetter hat gehalten
(ms). Spannender hätte ein Krimi zur besten Sendezeit nicht sein können: In den Tagen vor Fronleichnam wechselten sich bange Blicke gen Himmel mit einem Blick auf die verschiedenen Wetter-Apps auf den Mobiltelefonen der Mitarbeiter:innen der Kirchengemeinde ab. Würde das Wetter halten, oder müsste die Prozession abgesagt werden. Und wie würde das große Fest der ganzen Seelsorgeeinheit in einer „Regenvariante“ aussehen?
Die Vorbereitungen zum Fronleichnamsfest beginnen für einige Mitarbeiter:innen bereits Anfang Februar: Erste Bestellungen werden gemacht, Genehmigungen von der Stadtverwaltung eingeholt und der grobe Rahmen des Fronleichnamstages wird abgesteckt. In den vergangenen Jahren hatten wir in Nürtingen strahlenden Sonnenschein und so wurden heuer kaum Gedanken an einen alternativen Festverlauf verschwendet. Wenige Tage vor Fronleichnam jedoch wechselte das Wetter auf ziemlich beständigen Regen und so wurde in aller Eile eine „Regenvariante“ des Festtages auf die Beine gestellt. Am späten Vormittag des 29. Mai fiel dann die Entscheidung, den Gottesdienst und Prozession wie geplant abzuhalten und das anschließende Fest regensicher zu machen. Und der Mut der Verantwortlichen wurde belohnt: Das Wetter hielt, und der Tag wurde zu einem fröhlichen Fest der ganzen Seelsorgeeinheit.
Konkret wurden die Vorbereitungen am Mittwoch, dem Tag vor Fronleichnam: Blüten wurden gezupft, der Saal im Gemeindehaus wurde hergerichtet, und während die Ministranten den Ablauf der Messe in St. Laurentius durchgingen, legten fleißige Hände den Blumenteppich in St. Johannes, der sich in diesem Jahr am „Himmlischen Jerusalem“, dem monumentalen Altarbild der katholischen Kirche, orientierte. Zelte und Pavillons wurden rund um das Gemeindehaus aufgebaut, damit die Besucher:innen des Gemeindefests alle im Trockenen sitzen konnten.
Am Morgen des Fronleichnamstages selbst wurden dann die letzten Vorbereitungen in Angriff genommen: die Grills wurden aufgebaut, die Tische nochmals abgewischt, die unterschiedlichen Mittagessen wurden zubereitet. Ab 10:00 Uhr begann dann die Messe in der evangelischen Stadtkirche, die vom Kirchenchor und der Stadtkapelle Nürtingen musikalisch gestaltet wurde. Auch im Gottesdienst hatten alle Gemeinden der Seelsorgeeinheit ihren Platz, waren doch die Lesungen und die Fürbitten in deutscher, italienischer und kroatischer Sprache zu hören. Parallel zur Messe feierten die Kinder ihren eigenen Kindergottesdienst.
Gegen 11:30 Uhr formierte sich dann die feierliche Prozession, die sich quer durch die Nürtinger Innenstadt zur St.-Johannes-Kirche bewegte. Angeführt von Vortragskreuz und Fahnenträger:innen, mit der Stadtkapelle und dem Kirchenchor wurde Christus in Form einer geweihten Hostie in der Monstranz (aus dem Lateinischen „monstrare“ – „zeigen“) durch die Stadt getragen und den Gläubigen gezeigt. In St. Johannes fand der Gottesdienst dann mit dem feierlichen Schluss-Segen seinen Abschluss.
Im Anschluss entwickelte sich dann ein buntes Gemeindefest rund um das Gemeindehaus, bei dem die Besucher:innen die Vielfalt unserer Seelsorgeeinheit auch schmecken konnten: Die italienische Gemeinde bereitete Pasta zu, die kroatische Gemeinde bot Cevapcici im Fladenbrot an und die deutsche Gemeinde steuerte Schnitzel mit Kartoffelsalat bei. Darüber hinaus gab es frische Pommes Frites, Rote vom Grill und vegetarische Maultaschen-Burger. Nach dem Mittagessen eröffnete ein vielfältiges Kuchenbüffet, das den Festtag auch kulinarisch abrundete.
Auch auf diesem Wege sagen wir ein großes Dankeschön allen, die zum Gelingen des Festes beigetragen haben!
Gemeindefahrt nach Bosnien und Kroatien
(CS). Bereits um vier Uhr morgens trafen sich am 18.05. 42 Menschen aus unserer Gemeinde, um gemeinsam in Richtung Bosnien und Kroatien aufzubrechen. Im Reisebus ging es über München durch Österreich, Slowenien und Kroatien, an die kroatisch-bosnische Grenze. Während die ersten überquerten Grenzen nur auf der Landkarte existierten, konnte die Reisegruppe bei der letzten am eigenen Leib erleben, was Grenzkontrollen bedeuten. Eine Erinnerung, die seit Einführung des Schengen-Abkommens für uns in Deutschland eher untypisch ist. Nach eineinhalb Stunden Kontrolle erreichte die Gruppe ihre erste Station und konnte sich über ein üppiges, traditionelles Abendessen freuen.
Die ersten Tage standen dann ganz im Zeichen der Jugoslawienkriege zu Beginn der 1990er-Jahre. Gemeinsam besuchte die Gruppe Vukovar, ein Ort an dem die ersten Kämpfe zwischen Serben und Kroaten stattfanden und die serbische Armee ein Massaker verübte. Auch der folgende Tag stand ganz im Zeichen der Erinnerung. In Srebrenica besuchten wir die Gedenkstätte im ehemaligen Lager der UN-Blauhelme, sowie den Friedhof mit mehr al 8.000 getöteten Menschen. Im Juli 1995 hatten hier zehntausende Menschen Zuflucht in einer von der UN eingerichteten Schutzzone gesucht. Allerdings waren die Blauhelme nicht willens und autorisiert, militärisch gegen die anrückende serbische Armee vorzugehen, so dass es zu einem Handel kam, in dessen Folge vor allem Männer und Jungen umgebracht wurden. Bis heute widmet sich das Team der Gedenkstätte dem Auffinden von Massengräbern und der Identifizierung der Getöteten. Die Führung und Gespräche vor Ort waren sehr eindrücklich und machten einen Konflikt, den viele nur aus Nachrichten oder Büchern kannten, sehr real. Bereits auf dem Weg nach Srebrenica hatte die Gruppe unserer Kirchengemeinde das Kloster Tolissa mit der größten Kirche Bosniens, einer Bibliothek und archäologischer Sammlung besucht. Vor Ort erfuhren wir viel über die pastorale Arbeit der Franziskaner in Bosnien.
Unser nächstes Quartier bezogen wir im franziskanischen Priesterseminar in Visoko. Von dort aus besuchten wir die bosnische Hauptstadt Sarajevo. Hier kommen West und Ost zusammen. Es begegnen sich nicht nur katholische und orthodoxe Kirche, sondern auch Muslime und Christen auf sehr engen Raum. Innerhalb von fünf Minuten erreicht man die Kathedralen der serbisch-orthodoxen und katholischen Kirche, sowie die größte Moschee der Stadt. Nur ein kleiner Fußweg führt aus dem westlich orientierten Teil der neuen Innenstadt direkt in den osmanischen Suq. Auch hier konnten wir viel über Sarajevo und seine Entwicklung erfahren, historische und sakrale Stätten besuchen und auch den Flair der Stadt genießen. Nach zwei sehr gelungenen Tagen zogen wir ein letztes Mal um. Entlang der malerischen Neretva ging es in Richtung Süden in die Welterbestadt Mostar. In einer Stadtführung erfuhren wir viele manchmal interessante und manchmal komische Details über die Stadt und ihre Geschichte. Natürlich durfte auch ein Besuch der alten Brücke nicht fehlen.
An den folgenden beiden Tagen standen für die Gruppe zwei Tagesausflüge auf dem Programm. Zunächst wurde der Wallfahrtsort Medjugorje besucht. Nach der Gottesdienstfeier erfuhren wir Wissenswertes zur Geschichte der Stadt und den dort vermuteten Marienerscheinungen. Ebenso besuchten wir mit dem Cenacolo eine christliche Rehabilitationsstätte für Suchtkranke. Nach einer kurzen Einführung in Hintergrund und Ziele des Hauses berichtete uns ein Bewohner von seiner Lebensgeschichte, und seinem Weg heraus aus der Suchterfahrung.
Am nächsten Tag stand ein Besuch im kroatischen Dubrovnik auf dem Programm. Dort lernten wir eine weitere Welterbestadt mit seiner historischen Altstadt kennen, die auch Kulisse für die Dreharbeiten der berühmten TV-Serie „Game of Thrones“ war. Der letzte Abend klang dann für einige Reiseteilnehmer im Hotel für andere in der malerischen Altstadt von Mostar aus, bevor unsere Reisegruppe dann am nächsten Morgen müde, aber mit vielen Eindrücken, die Heimreise antrat.
72-Stunden-Aktion: Uns schickt der Himmel
(ms). In der Zeit vom 18.-21.04. beteiligten sich in St. Johannes gleich zwei Gruppen an der 72-Stunden-Aktion, der bundesweit größten Sozialaktion der katholischen Jugendverbände. Rund 70 Personen waren in beiden Gruppen dauerhaft an der Aktion beteiligt und stellten sich der Herausforderung, ein weitgehend unbekanntes, gemeinnütziges Projekt innerhalb von drei Tagen Wirklichkeit werden zu lassen.
Die Gruppe der Nürtinger Pfadfinder erneuerte in Oberensingen einen Demenzgarten beim Dr.-Vöhringer-Heim, während die Gruppe der Katholischen Jugend auf dem Gelände des Nürtinger Hölderlingymnasiums eine abschließbare Grillstelle mit Sitzgelegenheiten und einem überdachten Unterstand errichteten.
Trotz der widrigen Wetterbedingungen – Dauerregen, Kälte und schneidender Wind – waren beide Gruppen mit viel Engagement und Herzblut bei der Sache und konnten die Welt mit ihren Projekten ein kleines bisschen besser machen. Herzlichen Dank an alle, die sich im Rahmen der Aktion eingebracht haben!
Mehr Informationen und Bilder rund um die Aktion finden Sie, wenn Sie diesem Link folgen, auf der Homepage von St. Johannes. Hier gibt es auch einen kleinen Film, der Momente der Aktion zusammenfasst.



















































































































